Mönchengladbach: Verwaltung: Streit um Leistungszulage

Mönchengladbach : Verwaltung: Streit um Leistungszulage

Rund 700 Mitarbeiter der Verwaltung waren am Donnerstag auch um 17.20 Uhr noch aktiv: bei der Personalversammlung. Auf der Tagesordnung standen gleich mehrere Themen, die für Unruhe in der Belegschaft sorgen. Dazu gehört auch die leistungsgerechte Bezahlung. Die Dienstvereinbarung, in der ein Zehn-Punkte-System festgeschrieben worden war, läuft aus. Der Personalrat will sie in der bisherigen Form nicht verlängern. Die Vorsitzende Roswitha Mirbach kritisiert, das System benachteilige Teilzeitkräfte und Geringverdienende.

Pflege öffentlichen Grüns

Heftige Kritik gab es an der Politik. Die städtischen Mitarbeiter halten es für falsch, dass 1,2 Millionen Euro bei der Pflege des öffentlichen Grüns eingespart werden sollen. "Wir können uns nicht vorstellen, was das für das Stadtbild bedeuten wird", sagt Mirbach. Die Mitarbeiter seien schon jetzt mehr als ausgelastet. Die Politiker könnten natürlich Geld einsparen und Stellen kürzen. "Sie müssen dann allerdings auch dazu sagen, auf welche Leistungen künftig verzichtet werden soll", so Mirbach zur RP. Über 130 Stellen seien fortlaufend unbesetzt; die Belastung dadurch immens gestiegen. Zudem seien die Mitarbeiter im Schnitt 45,9 Jahre alt. "Wir haben noch keine aussagekräftigen Zahlen. Aber ich habe das Gefühl, dass der Krankenstand in Folge der hohen Belastung gestiegen ist", so Mirbach weiter.

Kritik an SPD, Grünen und FDP gab es auch wegen des Plans, die städtischen Kindergarten möglicherweise in eine Tochtergesellschaft auszulagern. Für einen entsprechenden Prüfantrag hatte die Ampel in der Dezember-Ratssitzung keine Mehrheit gefunden, da zwei Ratsmitglieder aus den eigenen Reihen gegen den Vorschlag stimmten.

Demokratie-Verständnis?

Nun soll er am 23. Februar wieder auf die Tagesordnung kommen. "Was ist das für ein Demokratie-Verständnis, solange abzustimmen, bis einem das Ergebnis ins Konzept passt?", fragt Mirbach.

(RP)