Mönchengladbach: Verletzte beim Türkei-Derby

Mönchengladbach: Verletzte beim Türkei-Derby

Sieben Festnahmen, eine 19-Jährige mit schwersten Brandwunden und chaotische Verkehrsverhältnisse – das ist die Bilanz nach dem Spiel der Topmannschaften aus Istanbul im Borussia-Park. Die Polizei musste Verstärkung anfordern.

Sieben Festnahmen, eine 19-Jährige mit schwersten Brandwunden und chaotische Verkehrsverhältnisse — das ist die Bilanz nach dem Spiel der Topmannschaften aus Istanbul im Borussia-Park. Die Polizei musste Verstärkung anfordern.

Es ist kurz vor Spielende, als sich plötzlich einige Fans im Galatasaray-Block vermummen und zahlreiche Feuerwerkskörper zünden. Eine 19-Jährige wird von einem bengalischen Feuer getroffen. Sie brennt, erleidet schwere Verletzungen am ganzen Rücken und wird sofort in ein Mönchengladbacher Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte stellen später Verbrennungen dritten Grades fest. Sie muss in die Klinik nach Aachen verlegt werden.

Auch ein Fan neben ihr wird getroffen, jedoch nur leicht verletzt. Und noch ein dritter Besucher des Spiels der türkischen Topmannschaften Galatasaray und Fenerbahce im Mönchengladbacher Borussia-Park muss wegen Verbrennungen versorgt werden.

Herausforderung für die Polizei

Schon in der 32. Minute hat das Spiel unterbrochen werden müssen. Weil Fenerbahce-Fans das Führungstor ihrer Mannschaft feiern, indem sie bengalische Feuerwerkskörper auf das Spielfeld werfen, entscheidet sich der Schiedsrichter, das Spiel zu unterbrechen. In dem Moment entscheidet sich die Polizei, Verstärkung anzufordern. "Zur Sicherheit", sagt Polizeisprecher Jürgen Lützen, "es hätte ja auch möglich sein können, dass die Partie komplett abgepfiffen wird, und die Fans aus Enttäuschung darüber auf das Spielfeld stürmen."

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Der Einsatz am Mittwoch im Nordpark war für die Polizei eine größere Herausforderung als erwartet. Galatasaray hatte als Veranstalter des Derbys 25 000 Fans angekündigt. Tatsächlich kamen knapp 35 000 türkische Fußballfans aus ganz Deutschland, aus Belgien und den Niederlanden, manche reisten sogar aus ferneren Ländern mit dem Flugzeug an.

Die Polizei hatte bei den Sicherheitsgesprächen mit Borussia gewarnt: Die türkischen Fans sind bekannt dafür, dass sie viel abbrennen, "aber verbieten können wir so ein Spiel nicht", wie der Polizeisprecher sagt.

Borussia entschied sich dafür, das türkische Derby in ihrem Stadion stattfinden zu lassen, auch weil der DFB keine Bedenken hatte. Vor etwa drei Jahren wurde noch eine Anfrage aus den Niederlanden aus Sicherheitsgründen abgelehnt. Venlo wollte in Mönchengladbach ein Liga-Spiel gegen Rotterdam austragen.

Ordnungskräfte von Borussia hätten an den Eingängen kontrolliert wie bei Bundesliga-Spielen, sagt Markus Aretz, Pressesprecher beim VfL. Beide Fanlager seien überprüft worden. Dennoch gelang es, etliche Feuerwerkskörper hineinzuschmuggeln. Ganz ausschließen lasse sich dies nie, sagt Aretz. Und: "Die bengalischen Feuerwerkskörper sind so klein. Die können in jeder Körperfalte versteckt werden." Entdeckt werden könnten sie höchstens, wenn Körperkontrollen wie am Flughafen durchgeführt würden. Die sei aber bei 35 000 Zuschauern kaum möglich.

Nach dem Spiel hat es laut Lützen kleinere körperliche Auseinandersetzungen gegeben. Chaotisch waren dagegen die Verkehrsverhältnisse. Etliche Fans hätten sich an keinerlei Verkehrsregeln gehalten, viele Autos seien einfach irgendwo abgestellt worden, ohne dass die Fahrer darauf achteten, ob sie Wege versperren.

(RP)
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