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Mönchengladbach: Vergewaltigung: Verwandte des Angeklagten schweigen beharrlich

Mönchengladbach : Vergewaltigung: Verwandte des Angeklagten schweigen beharrlich

Im Prozess vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts, in dem sich seit Tagen ein Mönchengladbacher (44) wegen besonders schwerer Vergewaltigung verantworten muss, sollten gestern Familienmitglieder des Angeklagten aussagen.

Doch sowohl ein 48-jähriger Schwager als auch eine 42 Jahre alte Schwester des Mannes auf der Anklagebank und dessen Tochter (18) machten gestern von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch und schwiegen. Der Angeklagte selbst verteidigt sich mit einem alkoholbedingten Filmriss. An das ihm vorgeworfene Verbrechen könne er sich nach reichlich Alkohol in der Tatnacht im Juli 2013 partout nicht erinnern.

Aber die Anklage geht von einer besonders brutalen Tat aus. Der Gladbacher soll eine 64-jährige Engländerin auf dem Fußweg aus einer Gaststätte an der Bahnhofstraße in einem Waldstück zu Boden gedrückt und mit einem Holzteil auf den Hinterkopf geschlagen haben. Anschließend soll sich der 44-Jährige, so der Staatsanwalt, mehrfach an der hilflosen Frau vergangen haben. Dann habe sich der Täter entfernt. Das Opfer hat ihn jedoch im Gerichtssaal belastet.

Zur Aufklärung des Falles konnte gestern auch die Verlobte (46) des Angeklagten nichts beitragen. Als der Mann die ganze Julinacht auf Kneipentour war, hatte sich die 46-Jährige in der gemeinsamen Wohnung aufgehalten. "Wir leben seit zwei Jahren zusammen", berichtete die Braut. Wortlos und bereits erheblich alkoholisiert sei der Partner am 14. Juli 2013 verschwunden und morgens keineswegs nüchtern wieder aufgetaucht. Zu seiner Tochter soll der Mann damals gesagt haben: "Ich habe Scheiße gebaut." Das sei schon öfter passiert, dass er einfach ging. "Er hat nichts gesagt, und ich auch nicht", so die Verlobte im Gerichtssaal. Sprach sie ihn auf seinen Alkoholkonsum an, sei der Bräutigam ausfällig geworden. "Verpiss dich", habe er dann gesagt. An dem Julimorgen habe er erklärt, er sei in eine Prügelei verwickelt gewesen. Mehr wisse er nicht. "Das Trinken war regelmäßig. Er trank fast jeden Tag eine Flasche Korn mit Cola", berichtete die Verlobte. In den letzten zwei Jahren habe sich dessen Alkoholkonsum noch gesteigert.

(RP)