Mönchengladbach: Verfahren gegen rabiaten Familienvater eingestellt

Mönchengladbach : Verfahren gegen rabiaten Familienvater eingestellt

"Meine Ehefrau macht mich hier schlecht", schrie der Angeklagte (51) bereits, als die Staatsanwältin die Anklage verlesen hatte.

Doch die Anklagevertreterin warf dem Gladbacher mit den langen grauen Haaren vor, die Mutter von zwei gemeinsamen Kindern mit den Worten "Wenn du dich scheiden lässt, erschieße ich dich" bedroht zu haben. Außerdem soll der Mann mit dem türkischen Pass gegen das Gewaltschutzgesetz verstoßen haben.

Ein Gericht hatte dem 51-Jährigen, der als Spielhallen-Aufsicht arbeitet, am 7. März 2012 untersagt, sich der scheidungswilligen Ehefrau auf mehr als 20 Meter zu nähern. Genau das hatte der Angeklagte getan, als er am 19. August 2012 im Wohnhaus seiner Familie auftauchte und seine sieben und neun Jahre alten Kinder sehen wollte. Doch die Kinder waren in der Wohnung des Nachbarn. "Sie hörten meine Stimme und kamen auf den Flur", erinnerte er sich. Dann sei auch seine Schwiegermutter aufgetaucht, so der Angeklagte mit wuterfüllter Stimme im Gerichtssaal. Die Drohung aus der Anklage bestritt der Familienvater. Aber dann habe er auf Türkisch sinngemäß gerufen: "Wenn ich dich nicht umbringe, werde ich mit deiner Tochter schlafen." Danach sei aber nichts mehr passiert, beteuerte er.

Die 39 Jahre alte Ehefrau verweigerte die Aussage, machte zugleich klar, dass sie nicht an einer Bestrafung des Ehepartners interessiert sei. "Aber mit dem will ich nichts mehr zu tun haben", rief sie, worauf der Angeklagte erneut laut und aggressiv reagierte. "Aber du hast doch vorige Woche die Scheidung verhindert" , schrie die Frau. Staatsanwältin und Richter beendeten die Auseinandersetzung im Gerichtssaal mit Verfahrenseinstellung.

(RP)
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