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Mönchengladbach: Verein muss für Kunstrasen zahlen

Mönchengladbach : Verein muss für Kunstrasen zahlen

Ein Kunstrasen-Spielfeld plus Flutlichtanlage: Dies ist für die Anlage Beller Mühle geplant. Aber nur dann, wenn sich die SpVg Odenkirchen beteiligt.

Die Sportanlage Beller Mühle in Odenkirchen soll ein Kunststoff-Spielfeld bekommen. Dies entschied der Sportausschuss bei seiner jüngsten Sitzung. Ein Haken hat die Sache: Dies ist nur möglich, wenn sich der Verein SpVg 05/07 Odenkirchen an den Kosten beteiligt. Denn die Stadt wird sich an den Gesamtkosten von 945 000 Euro (einschließlich einer Flutlichtanlage) "nur" mit 572 000 Euro beteiligen. Sportdezernent Dr. Gert Fischer will mit dem Odenkirchener Verein ausloten, ob und wie hoch dessen Eigenbeteiligung aussehen kann. Es wird dieses Modell favorisiert: Der Verein bekommt den städtischen Anteil und übernimmt den Bau des Kunstrasens in Eigenregie.

Während sich für die Odenkirchener eine interessante Lösung anbahnt, gibt es für die Sportanlage Stapper Weg noch keine Perspektive, die neue Möglichkeiten aufzeigt. Fest steht, dass der Ascheplatz 2014 für rund 400 000 Euro saniert werden kann. Ob, wie von der Verwaltung empfohlen, der Rasenplatz in einen Kunstrasen und der jetzige Ascheplatz in eine Breitensport-Anlage mit Beachvolleyball, Beachsoccer und Klettermodulen umgewandelt wird, hängt vom Verlauf der Haushaltsberatung ab. Die CDU, die nur die einfache Sanierung wollte, ging auf den Vorschlag von SPD und Grünen ein, die ausloten wollen, ob bei den Etatgesprächen weitere 224 000 Euro für die große Lösung bereitgestellt werden können. Kein Thema war, aus dem Sportplatz des SV Dohr an der Straße Am Torfbend ein Baugebiet zu machen.

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Die zusätzliche Summe kann eventuell dann aufgebracht werden, wenn die politische Mehrheit einem Antrag der CDU folgt, die vom Land der Stadt zugewiesene Sportpauschale gänzlich für Investitionsmaßnahmen in den Sport zur Verfügung zu stellen. Derzeit ist dafür nur die Hälfte der 700 000 Euro vorgesehen. Sportausschuss-Vorsitzender Frank Boss und der sportpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Robert Baues, machten deutlich, dass eine Einigung in Haushaltsfragen etwa mit der SPD für die CDU nur dann möglich ist, wenn die Sportpauschale auch komplett dem Sport zugute kommt.

Die CDU setzt sich auch dafür ein, die Nutzungsgebühren für Sportstätten wieder zu streichen. Es ist vorgesehen, dass Sportler über 18 Jahren einen Beitrag zahlen, wenn sie auf städtischen Anlagen trainieren. Die Stadt verspricht sich davon 50 000 Euro im nächsten und ab 2015 dann 100 000 Euro. Allerdings warnte Stadtkämmerer Bernd Kuckels eindringlich davor, diese Einnahmequelle wieder aus dem bereits beschlossenen Haushaltssanierungsplan zu nehmen. Dies sei, so Kuckels, "völlig unzulässig und hochgradig gefährlich". Kuckels: "Es kann dann passieren, dass unser Haushaltssanierungsplan nicht genehmigt wird." KOMMENTAR

(RP)