Vandalismus in Mönchengladbach : Hauptsache kaputt machen

1228 Anzeigen wegen Sachbeschädigungen hat die Polizei allein in diesem Jahr bis Ende Juli aufgenommen. Dass Dinge mutwillig zerstört werden, hat es immer schon gegeben. Aber die Form hat eine neue Dimension angenommen.

Eigentlich wollte man den Kindern, die in der Innenstadt von Rheydt wohnen, eine Freude machen: Doch der schöne und originelle Spielcontainer, der im Park hinter dem Theater aufgebaut wurde, ist schon lange wieder weg. Er wurde zerstört – und zwar komplett. Zuerst waren es „nur“ ein paar eingeschlagenen Scheiben. Als die durch 1000 Euro teure Doppelglasfenster ersetzt waren, wurde der komplette Container abgefackelt. Es war die reine Zerstörungswut. Und die Stadttochter Mags musste sich dem massiven Vandalismus geschlagen geben: „Der Standort ist nicht geeignet für dieses Spielgerät“, hieß es im April. So haben die vielen Kinder in der Rheydter City das Nachsehen wegen einzelner Rabauken mit sinnfreier Vernichtungswut.

1228 Anzeigen wegen Sachbeschädigung sind in der ersten sieben Monaten bei der Polizei Mönchengladbach eingegangen. Das ist nicht mehr als im Vergleichszeitraum der vergangenen Jahre (2017: 1191, 2016: 1325), aber die Formen des Vandalimus’ hat sich geändert. Sie „schockieren mehr“, wie Stadtsprecher Wolfgang Speen nach dem jüngsten Vorfall am Rheydter Rathaus sagte. In der vergangenen Woche hatten Unbekannte mit massiver Gewalt ein historisches Sandsteinornament aus der Treppenanlage gerissen und dabei auch eine Säule beschädigt. Mittlerweile ist die Balustrade wieder repariert. Am vergangenen Freitag wurden beide Elemente wieder fachmännisch eingebaut. Die Treppenanlage, die einige Tage gesperrt war, ist wieder freigegeben. Dennoch bleibt der Ärger über den Zerstörungswahn.

Ein Steinmetz reparierte die historische Balustrade am Rheydter Rathaus. Foto: Stadt MG

Vandalismus hat es wahrscheinlich immer schon gegeben. Aber während früher Herzchen und Namen in Parkbänke geritzt wurden, werden die Sitzgelegenheiten heute komplett zerstört. Im Rheydter Stadtwald wurden die Sitzgruppen in diesem Jahr demoliert. Mitarbeiter der Mags hatten im April von einigen Bänken nur noch das Metallgestell vorgefunden, während die Holzteile der Sitzgelegenheiten im See schwammen. „Die neuen Tische und Bänke in der Grillzone sind nicht nur einmal beschädigt worden“, sagt Mags-Sprecherin Anne Peters-Dresen. Auch die neuen Schilder seien wiederholt dem Vandalismus zum Opfer gefallen. „Sie wurden einfach kaputt getreten“, sagt die Sprecherin.

Im Stadtwald wurden Hinweisschilder wurden kaputt getreten. Foto: Mags/Anne Peters-Dresen

Die Täter, die einfach „aus Spaß“ nur etwas kaputt machen wollen, treiben sich häufig in Parks und Grünflächen herum. Im Volksgarten wurde eine neue Schutzhütte zerstört. Unbekannte rissen mit roher Gewalt Bretter heraus. In der Hochphase der Hitzeperiode zerschnitten Vandalen die Bewässerungsschläuche im Bunten Garten. „Der Kommunale Ordnungsdienst ist in den Sommerferien verstärkt in den Parks der Stadt unterwegs“, sagt Stadtsprecher Dirk Rütten. Doch eine permanente Überwachung der vielen Grünanlagen sei einfach nicht möglich.

Die Tische waren erst im Herbst erneuert worden. Foto: Mags/Anne Peters-Dresen

Die Zerstörer machen auch vor Gotteshäusern keinen Halt. Im März leerten Kinder in der Kirche an der Bettrather Straße einen Feuerlöscher. Zur ähnlichen Zeit wurden im Bunten Garten ein Mülleimer und ein Insektenhotel angezündet. Auf dem Friedhof an der Viersener Straße wüteten Unbekannte im Frühjahr wahrscheinlich mit Eisenstangen. Nur so lassen sich die Schäden an Grablampen und Holzkreuzen erklären. Alleine hier zählte die Polizei 25 Fälle von Sachbeschädigungen.

Graffiti und Schmierereien am Rheydter Rathaus. Foto: Denisa Richters

Manches wird aufwendig repariert und gleich wieder kaputtgemacht: das Sühnekreuz des Peter Pang beispielsweise. Gerade aufgestellt wurde es schon zerstört. Mittlerweile ist es das dritte Mal demoliert worden.

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