Mönchengladbach: Valensina braucht Kapital und sucht einen Investor

Mönchengladbach: Valensina braucht Kapital und sucht einen Investor

Der Waldnieler Unternehmer Wilfried Mocken (70) und sein Sohn Tino (39) wollen sich keineswegs aus dem Fruchtsaftgeschäft mit der Marke Valensina zurückziehen. Dies war aus Medienberichten am Wochenende zunächst zu schließen.

"Es geht nur um die Suche nach einem strategischen Investor, nicht um eine vollständige Übernahme", sagte Peter Caspar Hamel von der Agentur HCC Advisors (Hamburg) als PR-Berater des in Mönchengladbach ansässigen Unternehmens.

Den von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) aus einem Begleitschreiben der mit der Investorensuche beauftragten Investmentbank Lincoln zitierten Satz, dass man Offerten "für den Erwerb von 100 Prozent der Anteile an der Gesellschaft" suche, bezeichnete Hamel als falsch.

An dem Unternehmen sind Wilfried Mocken mit 85 Prozent und Tino Mocken mit 15 Prozent beteiligt, wie aus dem Prospekt zur Auflage einer 50-Millionen-Euro-Anleihe im April 2011 hervorgeht. Der Umsatz bewegt sich um die 200 Millionen Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wird auf knapp zehn Millionen Euro geschätzt. Der Kurs der Anleihe sank am Montag an der Frankfurter Börse von 103 Euro auf 96 Euro (minus sieben Prozent).

  • Mönchengladbach : Mocken will Valensina-Teilverkauf

Die Valensina GmbH wurde in ihrer jetzigen Form 2002 mit Sitz in Mönchengladbach (Ruckes) und Produktionsstätte in Vechta gegründet. Am Firmensitz gibt es weiter die FSP Frischsaft Produktionsgesellschaft und die Sportfit GmbH. Zur Gruppe gehört neben anderem auch die Wolfra Kelterei GmbH in Erding. Produziert und vertrieben werden Fruchtgetränke für den Lebensmittelhandel unter den Marken Valensina und Hitchcock. Von Hitchcock will sich das Unternehmen trennen.
Valensina hat nach Angaben von Hamel einen "erfolgreichen Expansionskurs" als "gut situiertes mittelständisches Unternehmen" hinter sich, brauche aber Kapital, um "mit noch mehr Power besser im Markt agieren zu können".

Dem hartem Wettbewerb mit den Marktführern Eckes (Granini, Hohes C) und Punica (Pepsi Co.) fielen schon etliche kleinere Unternehmen zum Opfer. Ein Wettbewerber sitzt in Gladbach gleich um die Ecke: Krings Fruchtsaft, das seit 2000 zum niederländischen Konzern Refresco gehört, der wieder mit dem britischen Unternehmen Verber-Emig fusionierte. Deshalb wolle Valensina zeitig gegensteuern.

Mehr von RP ONLINE