Unges Pengste: 23 Flugstunden bis zum Schützenfest in Korschenbroich

Aus Australien und Argentinien angereist : 23 Flugstunden bis Unges Pengste

René Scheffler und Elio Campos hatten eine weite Anreise zum Korschenbroicher Schützenfest. Einer kehrte heim, einer besuchte die Heimat des Schwiegervaters. Ein Olympiasieger konnte indes nicht kommen.

René Scheffler war gleich wieder in seinem Element. Bei der ersten großen Parade am Pfingstsonntag trug der 32-Jährige eines der schweren Blumenhörner und marschierte damit ein Stück weit vor seinem Schützenzug „Schwaadlaps“. Im Januar 2018 war er mit seiner Frau Christina nach Melbourne gezogen, nun kehrte er erstmals zu Unges Pengste zurück und reiste 23 Flugstunden aus Australien an.

„Der Kontakt zu den Kumpels ist nie abgebrochen. Doch man ist nicht mehr richtig dabei, das ist schon ein anderes Gefühl“, sagte Scheffler, der noch einen zweiten trifftigen Grund für einen Besuch in der Heimat hatte: Vor einer Woche wurden seine Nichten getauft. Im vergangenen Jahr, als sein Zug auch noch Königszug war, hatte es nicht gepasst mit einer Rückkehr. „Unges Pengste ist einfach Heimat für mich“, sagte Scheffler.

Die Heimat seines Schwiegervaters besuchte Elio Campos, der extra aus Argentinien angereist war. Der 58-Jährige spricht zwar kein Wort Deutsch, fühlte sich inmitten des Schützenzuges „Werp Drop“ gleich pudelwohl. Ausgestattet mit einer Uniform und Holzgewehr zog er bei den Paraden mit. Campos’ Schwiegervater ist wahrlich kein Unbekannter unter den Korschenbroicher Schützen. Im Gegenteil: Paul-Ernst Böttges war 1949 – beim ersten Schützenfest nach dem Zweiten Weltkrieg – erster General der Junggesellen. In den Fünfzigerjahren wanderte er dann nach Argentinien aus. Nun besuchte Schwiegersohn Campos erstmals das Korschenbroicher Schützenfest. Die Verständigung mit den Schützenbrüdern gelang auch ohne Sprachkentnisse. Mit Händen und Füßen – und einer Übersetzer-App auf dem Handy.

Eine weitaus kürzere Anreise hätte Andreas Wellinger gehabt. Der Skisprung-Olympiasieger stammt aus Ruhpolding, durch seine Korschenbroicher Freundin wollte der Wintersportler nun erstmals Unges Pengste erleben. Doch vergangene Woche riss er sich im Training das Kreuzband. „Das ist schade für ihn, ich hätte ihn natürlich gerne an meinem Tisch begrüßt“, sagte Jungkönig Michael Baues.

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