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Mönchengladbach: Ungarisches vom "Kodály Quartet"

Mönchengladbach : Ungarisches vom "Kodály Quartet"

Die vier Musiker brillierten beim 3. Meisterkonzert der Saison in der Kaiser-Friedrich-Halle.

Im vergangenen Jahr durfte das renommierte Kodály Quartet seinen 61. Geburtstag feiern. Auch wenn inzwischen nicht mehr die Gründergeneration am musikalischen Werk ist: Die heutigen Mitglieder ließen in der Kaiser-Friedrich-Halle keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie sich dem Erbe verpflichtet fühlen und bewusst das 1966 von den Vorgängern Begonnene weiterführen.

Dazu gehört zunächst einmal, und das bringt auch der Name des Quartetts zum Ausdruck, dass sich das Repertoire besonders ungarischen und überhaupt osteuropäischen Komponisten widmet, auch wenn es sich natürlich nicht auf diese beschränken will. Darüber hinaus zeigte sich im dritten Meisterkonzert, wie sehr man sich am ästhetischen Ideal der 1960er Jahre orientiert.

Stellvertretend für die hohe Kultur des Quartettspiels dieser Zeit mag das Amadeus-Quartett genannt werden. Positiv lässt sich eine sehr ausgefeilte, kultiviert kammermusikalische Spielweise der Musiker feststellen. Da wird kein rauer Ton produziert, klangliche Feinheit rangiert vor Ausdrucksvielfalt. Junge Quartette, auch wenn sie nicht ganz so robust spielen wie beispielsweise das Asasello Quartett, gehen heutzutage insgesamt energischer zur Sache.

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Attila Falvay und Ferenc Bangó (Violine), János Fejérvári (Viola) und György Éder (Violoncello) spielten Mozarts Streichquartett D-Dur KV 499, das "Hoffmeister-Quartett", klangschön, in einer durch und durch kultivierten Wiedergabe. Überleitungen beispielsweise erklangen auf eine perfekte, sorgfältig austarierte Art und Weise. Aber über der Feinheit fehlte doch etwas von der Intensität, der Spannung, die Mozarts Musik innewohnt. Das wurde anders beim Streichquartett Nr. 2 des 1877 im heutigen Bratislava geborenen Ernst von Dohnányi. Dieses selten aufgeführte Werk schwankt zwischen Spätromantik und Expressionismus, und genau dieses Spannungsverhältnis kam deutlich zum Ausdruck. Das lag nicht zuletzt an der Rotation der beiden Geiger. Ferenc Bangó spielte hier die erste Geige mit deutlich intensiverer Tonbildung als in den anderen Kompositionen Attila Falvay. Dieser, ein zweifellos hochqualifizierter, kultivierter Kammermusiker, agierte als Primarius vergleichsweise dezenter, damit aber auch weniger zupackend.

So klangen Zoltán Kodálys Streichtrio "Intermezzo" und Antonin Dvoøáks Streichquartett Es-Dur op. 51 sehr charmant, wenn auch eher wienerisch als ungarisch oder böhmisch. Das hatte durchaus seinen eigenen Reiz, zumal sich Dvoøák, der sich sonst ja auch gern auf heimische oder amerikanische Folklore bezog, stilistisch hier merklich an Schubert orientierte.

(-tr)