Mönchengladbach: Umweltzone: Mehr als 2200 Verstöße

Mönchengladbach : Umweltzone: Mehr als 2200 Verstöße

Stadtkämmerer Bernd Kuckels ist ein Profiteur der Umweltzone: Weil viele Autofahrer mit roter und ohne Plakette in der Stadt unterwegs waren, kassiert Kuckels mehr als 88 000 Euro an Bußgeld. Ende Juni endet die Ausnahmefrist.

Für Stadtkämmerer Bernd Kuckels wird die Einrichtung der Umweltzone zu einem Geschäft: Weil die 26 städtischen Politessen und die Polizei mehr als 2200 Mal Verstöße gegen die Umweltzone ahndeten, landeten seit Anfang des Jahres 88 000 Euro Bußgeld in der Stadtkasse. Für die betroffenen Autofahrer, die ohne oder mit roter Umweltplakette ins Zentrum fuhren, wird's dagegen unangenehm. Denn sie zahlen nicht nur Strafe und zusätzlich Gebühren, sondern bekommen auch einen Punkt im Flensburger Verkehrszentralregister.

Seit Anfang des Jahres ist Mönchengladbach Umweltzone: Polizist Michael Bieber (l.) kontrolliert einen Lkw auf der Aachener Straße. Gladbachs 26 Politessen sehen jetzt auch nach, welche Plakette die parkenden Autos haben. Foto: Ikr/woi

Anfang nächsten Monats wird es für viele noch bitterer: Denn dann laufen die Ausnahmegenehmigungen aus. Rund 280 Halter von Fahrzeugen hatten eine Sonderreglung für sechs Monate beantragt: Diese Frist läuft ab, und es ist sehr schwer, sie verlängert zu bekommen. Auch wenn Stadt und Polizei derzeit gezielte Aktionen gegen Umweltsünder ausschließen — es ist nicht ausgeschlossen, dass es sie demnächst geben wird.

Seit dem 1. Januar gibt es in Mönchengladbach eine Umweltzone. Sie soll helfen, die Luftqualität im Zentrum zu verbessern und die Stickstoffdioxid- und Feinstaubbelastung zu senken. Die Bezirksregierung Düsseldorf setzte den Luftreinhalteplan in Kraft, dessen direkte Folge die Umweltzone ist. Konkret heißt das: Bis zum 30. Juni dürfen nur noch Fahrzeuge mit gelber und grüner Plakette in die City, ab 1. Juli geht's nur noch mit grün. Die Grenzen der Umweltzone verlaufen im Norden über die Künkelstraße, Hohenzollernstraße, Hermann-Piecq-Anlage, Sternstraße und Waldnieler Straße, im Westen über die A 61, im Süden über den Reststrauch, Geistenbecker Ring und im Osten über die Duvenstraße, Stockholtweg, Düsseldorfer Straße, Otto-Safran-Straße, Breite Straße, Theodor-Heuss-Straße, Korschenbroicher Straße, Jenaer Straße, Lürriper Straße, Heinrich-Sturm-Straße, Güterstraße, Breitenbachstraße sowie Hindenburgstraße und Alsstraße. Wichtig: Die genannten Straßen zählen noch nicht zur Umweltzone, hier darf weiterhin auch ohne Plaketten gefahren werden.

Besonders bitter ist der Bußgeldbescheid für die Autofahrer, deren Fahrzeuge die Voraussetzungen für die gelbe und grüne Plakette zwar erfüllen. Aber, so hat Ordnungsamtsleiter Reinhold Gerhards festgestellt: "Es gibt eine ganze Reihe von Autofahrern, die es einfach vergessen haben, die Plakette aufzukleben. Andere haben es versäumt, auch das Kennzeichen auf der Plakette einzutragen." Auch bei einem Halterwechsel versäumen die neuen Besitzer oft, sich die Plakette zu besorgen. "Ich kann jedem nur raten, in die Fahrzeugpapiere zu schauen oder sich in der Werkstatt zu informieren", sagt Gerhards.

Für Autofahrer, die ihre Ausnahmegenehmigung verlängern lassen wollen, wird's bitter. Denn die Kriterien sind streng. Das Auto muss vor dem 1. Januar 2008 auf den Antragsteller zugelassen und die Nachrüstung technisch nicht möglich sein. Außerdem muss dem Fahrzeughalter kein anderes auf ihn zugelassenes Auto zur Verfügung stehen, das die Voraussetzungen für die Umweltzone erfüllt. Und er muss nachweisen, dass er nicht das Geld hat, um sich ein neues Fahrzeug zu kaufen. Wer Fragen hat: Bei der Stadt hilft Thomas Dülpers unter Tel. 02161-256265; E-Mail: thomas.duelpers@moenchengladbach.de.

(RP/anch)
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