Mönchengladbach: Umweltminister Johannes Remmel diskutiert mit Fluglärm-Gegnern

Mönchengladbach: Umweltminister Johannes Remmel diskutiert mit Fluglärm-Gegnern

Lärm macht krank und wie einige Studien darlegen, ist der Mensch in Sachen Lärm kein Gewohnheitstier. Herzkreislauferkrankungen können die Folge sein und gerade junge und ältere Menschen sind betroffen. Heute ist der Tag des Lärms. Das nahm die Initiative gegen Fluglärm MG-Ost gestern zum Anlass, mit Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) dieses Thema zu diskutieren. Besonders im Fokus: die geplante Erweiterung des Düsseldorfer Flughafens, welche sich aktuell noch im Planfeststellungsverfahren befindet.

Die im Lärmaktionsplan ausgewiesenen ruhigen und besonders ruhigen Gebiete: Hoppbruch in Giesenkirchen, der Bungtwald in Hardterbroich und der Niersgrünzug seien schon jetzt in ihrer Funktion als Naherholungsgebiet gefährdet, meint die Initiative. Mit der geplanten Erweiterung auf 60 Slots in der Stunde käme dies einem Dauerlärmereignis gleich und sei für die ausgewiesenen Ruhegebiete zerstörerisch. "Es wurde Zeit, dass jemand in Mönchengladbach einen Pflock in die Erde rammt.", sagt Frederick Skupin, Vorsitzender der Initiative.

Auch Umweltminister Johannes Remmel sieht das Vorhaben kritisch. Die Umweltverträglichkeitsprüfung sei nicht ausreichend und unvollständig. Dies macht er exemplarisch an folgenden Punkten fest: "Das, was jetzt schon an Lärm vorhanden ist, muss in die Umweltverträglichkeitsprüfung miteinbezogen werden. Wenn es zu mehr Flugbewegungen kommt, bedeutet das, dass Flugrouten geändert werden müssen. Und die Tagesrandzeiten rücken bei mehr Flugbewegung noch mehr in den Fokus."

Gladbach wurde dabei bisher nicht berücksichtigt. Das erklärt Remmel so: "Bei Fluglärm werden Lärmschutzzonen definiert. Mönchengladbach lag außerhalb dieser Zonen." So heißt es auch von der Flughafengesellschaft. Die Entfernung Mönchengladbachs sei so groß, dass die Belastung durch den Flugverkehr weit unter der Zumutbarkeitswelle läge.

Das sieht Hajo Siemes, Sprecher der Initiative, anders: "Gerade bei Ostwind ist die Belastung immens. Das ist immerhin ein Drittel der Tage im Jahr. Außerdem gibt es noch die Nachtflüge, die regelmäßig, auch nach 23 Uhr, stattfinden." Es wird noch einige Monate dauern, bis über die Erweiterung entschieden wird. Umweltminister Johannes Remmel unterstreicht zum Schluss auch noch einmal seine Bedeutung des Tags des Lärms. "Lärm ist ein Gesundheitsfaktor, der auch enorme Kosten verursachen kann."

(eba)