Mönchengladbach: Trainerin ohne Trainingsplatz

Mönchengladbach: Trainerin ohne Trainingsplatz

Sie hat ihr Handwerk bei Martin Rütter gelernt. Wenn der Hund nicht hört, an der Leine zerrt und Jogger anfällt, ist Daniela Schramm zur Stelle. Für ihre Übungen sucht sie seit zwei Jahren ein geeignetes Gelände. Ohne Erfolg.

Giesenkirchen Ihr erster Hund hieß Alf. Den Schnauzermix bekam sie, als sie elf Jahre alt war. "Ich hatte keine Ahnung, wie man einen Hund erzieht oder wie man ihm Kunststücke beibringt", sagt Daniela Schramm. "Aber irgendwie ist es mir gelungen. Alf konnte die Seitwärtsrolle, er konnte ganz flach über den Boden kriechen, den Lichtschalter betätigen und Männchen machen. "Ich habe gern Tierfilme im Fernsehen angeschaut", sagt sie. Und das, was die Filmhunde konnten, musste Alf auch lernen. Damals wurde der Grundstock für ihre Leidenschaft gelegt. "Irgendwann war mir klar, dass ich Tiertrainerin werden will."

Riesiges Problem

Nach der Ausbildung zur Pferdewirtin lernte sie den Beruf der Industriekauffrau, und dann endlich klappte es. Im Fernsehen sah sie den Tierpsychologen Martin Rütter — und bewarb sich bei ihm. Mit Erfolg. Seit zwei Jahren ist Daniela Schramm die einzige selbstständige Martin-Rütter-D.O.G.S-Trainerin in Mönchengladbach. Mit einem riesigen Problem. "Ich finde trotz intensiver Suche kein Trainingsgelände", sagt die 33-Jährige. Geeignet wäre ein Grundstück mit einer Mindestgröße von 1000 Quadratmetern.

  • Mönchengladbach : Ein Nachmittag auf der Hundewiese

Dieses müsste umzäunt sein, alternativ müsste eine entsprechende Baugenehmigung vorliegen. Die Hundetrainerin benötigt für ihre Arbeit Strom und Wasser, und die Fläche müsste ausreichenden Abstand von der nächsten Wohnbebauung haben. "Pacht würde ich selbstverständlich gern zahlen", sagt sie. Bei der Stadt hat Daniela Schramm bereits mehrfach nachgefragt. Ohne Erfolg. "Es heißt immer, man habe keine Flächen zu vergeben. Was auch immer das heißen mag."

Neben Hausbesuchen macht die Hundetrainerin Einzel- und Gruppenstunden. "Dafür brauche ich eine Fläche." Wenn Hundebesitzer sich an sie wenden, weil der Hund einfach nicht gehorchen mag, an der Leine zerrt, Jogger und Radfahrer jagd, Menschen anknurrt, sich nicht mit seinen Artgenossen versteht, nicht allein bleiben kann oder ständig bellt, wird Daniela Schramm aktiv. "Bei meinem ersten Besuch beobachte ich Mensch und Hund. Dann stelle ich schnell fest, wer da die Hosen anhat."

Fast immer gehe es um Kommunikationsprobleme. "Das führt zu großen Missverständnissen", sagt Daniela Schramm. Wenn beispielsweise ein Kommando zwar ausgesprochen wird, Stimmlage und Körperhaltung aber das Gegenteil ausdrücken. "Wie soll der Hund dann wissen, was er tun soll?" Da hilft die Hundetrainerin. "Ich würde gern in Mönchengladbach bleiben", sagt sie. Die Hoffnung, eine Trainingsfläche zu finden, hat sie noch nicht aufgegeben.

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(RP)
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