Tierheim Mönchengladbach: Tiere sind als Weihnachtsgeschenk ungeeignet

Tierheim Mönchengladbach : Tiere sind als Weihnachtsgeschenk ungeeignet

Das Haustier, ein ideales Weihnachtsgeschenk? Eher nicht, mahnt die Leiterin des Mönchengladbacher Tierheims, Jasmin Dickmanns. Sie rät, einen Besuch im Tierheim zu verschenken und achtet genau auf die Beweggründe der zukünftigen Tierbesitzer.

Es gibt sie noch immer, die Anfragen nach einem Hund, einer Katze oder einem Kleintier wie Kaninchen oder Hamstern als potenzielles Weihnachtsgeschenk. "Wir leisten hier bereits viel Aufklärungsarbeit, aber in manchen Köpfen sitzt das Haustier als Weihnachtsgeschenk noch immer", erklärt die Leiterin des Mönchengladbacher Tierheims, Jasmin Dickmanns (28).

Nach Weihnachten folge meist ein Ansturm auf die Tierheime: Vor allem im Februar/März würden viele herrenlose Tiere im Gladbacher Heim am Hülserkamp in Lürrip aufgenommen. Dann sei der süße Weihnachtswelpe auf einmal "groß" und vielleicht auch nicht mehr so interessant. "Ein Tier für ein Kind gehört nicht unbedingt unter den Weihnachtsbaum", erklärt Dickmanns. Zu Weihnachten empfiehlt sie stattdessen, einen Besuch samt Beratungstermin im Tierheim oder Informationsmaterial zur Haltung und Pflege des gewünschten Tieres zu verschenken.

Die Anschaffung eines Haustieres in Abstimmung mit der gesamten Familie ist den Mitarbeitern im Mönchengladbacher Tierheim wichtig. "Alle Familienmitglieder müssen sich überlegen, ob sie der Pflege eines Tieres gewachsen sind und eine artgerechte Versorgung - auch über Jahre - sichergestellt werden kann", sagt Dickmanns. Bei der Vermittlung eines Hundes sei es daher Voraussetzung, dass die neuen Herrchen und Frauchen vor einer möglichen Vermittlung mehrmals mit dem Hund im Tierheim Kontakt aufnehmen. "Die Chemie muss stimmen", erzählt Dickmanns. Ein sportlicher und bewegungsfreudiger Hund bei einem gemütlichen Herrechen: Das passe eben nicht. Ebenso gehören Hausbesuche bei den neuen Hundebesitzern von Seiten des Tierheims hier zur Vergabe.

Bei der Vermittlung von Katzen müssen die zukünftigen Besitzer darauf achten, den Tieren beispielsweise Freigang zu ermöglichen. Immerhin seien 90 Prozent der Tierheim-Katzen Fundtiere und somit Freigänger, die nicht ausschließlich in einer Wohnung gehalten werden könnten.

Und auch die Kleintiere würden häufig unterschätzt. "Kaninchen geben wir zum Beispiel nur paarweise, oder zu einem zweiten Tier und am liebsten in eine Außenhaltung ab", erklärt Dickmanns. Auch Hamster oder Mäuse seien Bewegungstiere, Pflege und Haltung seien aufwändiger, als die zukünftigen Besitzer dies oft erwarten würden.
"Eltern sollten den Kindern daher niemals die komplette Verantwortung für ein Tier übertragen", mahnt Dickmanns. "Wenn das Kind das Interesse an dem Tier verliert, sind immer die Eltern gefragt."

Welche Tiere derzeit ein neues Zuhause suchen, erfahren Sie in dieser Bilderstrecke. Weitere Informationen zu dem Tierheim Mönchengladbach finden Sie hier: www.tierschutz-moenchengladbach.de.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Tierheim Mönchengladbach: Diese Tiere suchen ein Zuhause

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