Test ADFC Mönchengladbach: Bei Schnee werden Radwege zur Rutschpartie

Testfahrt des ADFC : Bei Schnee werden Radwege zur Rutschpartie

Der nächste Schneefall ist angekündigt: Thomas M. Claßen vom ADFC hat Testfahrten durch die Stadt gemacht – mit miserablem Fazit.

(dr) Thomas M. Claßen ist zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter mit dem Rad unterwegs. Vor allem bei Glätte und nach starkem Schneefall – wie in der vergangenen Woche und wie für die nächsten Tage wieder vorhergesagt – ist das eine echte Herausforderung. Dennoch sind viele Gladbacher unerschrocken auf dem Rad unterwegs, einige davon sicherlich auch, weil sie sich einfach kein Auto leisten können. Grund genug für den Allgemeinen Deutschen-Fahrradclub (ADFC) in Mönchengladbach, in dessen Vorstand Claßen ist, Testfahrten durch die Stadt zu machen: Wo sind Radwege geräumt, wo nicht?

„Nach dem Schneefall Anfang vergangener Woche hatten wir zuerst erfreut festgestellt, dass einige Radwege zeitnah geräumt wurden“, sagt Claßen. Positive Beispiele waren Landscheidung Richtung Bahnstraße (aber nicht in Gegenrichtung), Aachener Straße auf einem kleinen Abschnitt im Bereich der Brücke über die A61, Am Nordpark von der Waldnieler Straße bis zur GEM (die fürs Räumen zuständig ist), von dort bis zur Aachener Straße allerdings nicht. Die meisten Auto-Fahrbahnen seien zu diesem Zeitpunkt geräumt gewesen. Der ADFC informierte die Mags/GEM und bat darum, „nun auch Radwege, Radfahrstreifen und Schutzstreifen vorrangig zumindest auf den Hauptachsen“ zu räumen.

Die Bahnbrücke am Nordring ist noch komplett mit Schnee bedeckt. Foto: ADFC MG

Einen Tag später, dem dritten Tag des weißen Winters, folgte eine Testfahrt vom Gladbacher Hauptbahnhof auf Hauptverkehrsachsen, um die Situation erneut zu begutachten. Claßens Fazit: Auf der Hindenburgstraße fuhr er „halsbrecherich auf durchweg nicht schneefreien Radwegen“, ebenso auf der Krefelder Straße. Auf dem Nordring waren die Radwege voller Schnee, „aber einigermaßen befahrbar“. Einen Pluspunkt gab’s für die Hermann-Piecq-Anlage, wo der Radweg provisorisch geräumt und gestreut gewesen sei. Holprig, bergig und mit gefährlichen Bereichen war hingegen die Sternstraße. Hitta- und Fliethstraße waren durchweg für Radfahrer nicht geräumt.

Die Hindenburgstraße gegenüber der Lothringer Straße: Gehweg und Straße sind frei, der Radweg ist voller Schnee. Foto: ADFC MG

Was aber sollen Radfahrer machen, wenn der Weg, den sie verpflichtet sind zu benutzen (Kennzeichen blaues Schild), nicht geräumt ist? „Dann dürfen Radfahrer die Fahrbahn benutzen“, sagt Claßen. Das jedoch behindere den fließenden Verkehr. Was wiederum nicht im Sinn der Verantwortlichen sein kann. Die Autofahrer, denen er bei der Testfahrt begegnete, möchte Claßen ausdrücklich loben: Ihr Verhalten sei vorbildlich gewesen. „Kein einziges Mal wurden wir bedrängt oder angehupt, alle Autofahrer sind entweder gemächlich hinter uns her gefahren oder haben im geforderten Seitenabstand von mindestens 1,50 Meter überholt.“

Die Hermann-Piecq-Anlage (B57) vor der Waldhausener Straße. Foto: ADFC MG

Eine miserable Bewertung gibt’s für die Radwege: kaum geräumt, rutschige Übergänge an Kreuzungen, geräumter Schnee von der Autofahrbahn auf die Radfahrbereiche geschoben. Es fehle ein Winterdienst-Plan für den Radverkehr.