Der Schnee war zu schwer: Tennishalle in Rheydt fällt in sich zusammen

Der Schnee war zu schwer: Tennishalle in Rheydt fällt in sich zusammen

Hier fällt eine Tennishalle in sich zusammen

Das haben die Herren des TC Neuwerk auch noch nicht erlebt: Am Sonntag senkte sich das Dach der Tennishalle fast bis auf den Boden. Die Schneemassen waren zu schwer für die Traglufthalle. Verletzt wurde zum Glück niemand.

Dass die Traglufthalle, die auf dem Gelände des Rheydter SV Am Gerstacker steht, sich ein wenig bei Wind bewegt, hatte Heiko Pöhler schon öfter erlebt. Die Situation am Sonntag war indes auch für den Kapitän der Herren 30 des TC Neuwerk neu: "Die Wellenbewegungen des Stoffdaches wurden immer heftiger, so dass nachher die Lampen herunterkamen und schließlich das Dach komplett in sich zusammengefallen ist", berichtet Pöhler.

In einem Video ist das gut dokumentiert, auch, dass die Spieler ihre Sachen packten und die Halle verließen. Das Video wurde bereits über 8000 Mal auf der Facebook-Seite des Tennisvereins aufgerufen. Zu Schaden kam niemand. Verantwortlich für das Absinken der Halle waren die Schneemassen am Sonntag. Das bestätigt Dieter Beines, der sich um die Belegung der Halle kümmert und diese gut kennt. "Eine Traglufthalle hält vor allem deshalb, weil innen mehr Druck herrscht als außen", erklärt er. "Am Sonntag war es aber so, dass der Druck von außen zu hoch wurde, weil der Schnee zu viel und nass war. Dadurch verliert das Dach natürlich die Stabilität."

Beines erklärt weiter: "Wenn es in der Halle einen Druckabfall gibt, springt ein Dieselaggregat an, das den Druck im Inneren wieder aufbaut. Physikalisch ist am Sonntag aber nicht der Druck abgefallen, sondern durch die Last von außen ist er in der Halle ja gestiegen. Deswegen ist auch der Diesel nicht angesprungen."

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Verantwortlich für die Tennishalle Nordstraße ist die Firma Hego mit Inhaber Bernd Gothe. Der erklärt auf Anfrage unserer Redaktion: "Das ist ganz normal. Wenn da Schnee drauf ist, sinkt das Dach. Dann sollte man es unterlassen, da zu spielen." Außerdem betont Gothe: "Da kann auch gar nichts passieren. Das geht nicht auf einen Schlag. Die Leute hatten genug Zeit, die Halle zu verlassen."

Auch Tennis-Kapitän Pöhler sagt: "Dass das Dach abgesunken ist, ergab sich nicht von jetzt auf gleich. Das ist langsam passiert." Das sieht auch Beines so: "Der Prozess zieht sich in der Regel über eine Dreiviertelstunde", sagt er. So lange habe es am Sonntag nicht gedauert, erwidert Pöhler: "Von den ersten heftigen Bewegungen bis zum kompletten Zusammenfall hat es vielleicht zehn, zwölf Minuten gedauert."

Die guten Nachrichten: Es wurde niemand verletzt, und: "Wir haben die Halle am Montag vom Schnee befreit und Dienstag wurde da schon wieder drin gespielt", sagt Beines. "Wenn sie wieder sicher steht, habe ich auch keine Probleme, da wieder zu spielen", sagt Pöhler.
Der Neuwerker Kapitän kümmerte sich nach dem Zusammenfall des Daches um eine neue Halle, um das angefangene Medenspiel seiner Herren 30 in der Bezirksklasse B gegen den TSV Weeze fortzusetzen. Fündig wurde Pöhler in Büttgen, in der TeSpo-Halle wurde die Partie beendet — 5:1 siegten die Neuwerker. In Erinnerung bleibt das Spiel aber nicht durch das Ergebnis, sondern durch die Bilder des Videos aus der Rheydter Halle.

(ame)