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Mönchengladbach: Tempo 30 auf Hauptstraßen

Mönchengladbach : Tempo 30 auf Hauptstraßen

Ab 2012 will die Stadt die erlaubte Geschwindigkeit auch auf Durchgangsstraßen wie Aachener oder Theodor-Heuss-Straße begrenzen. Das soll – genau wie ein Durchfahrverbot für Lastwagen – Anwohner vor Lärm schützen.

Ab 2012 will die Stadt die erlaubte Geschwindigkeit auch auf Durchgangsstraßen wie Aachener oder Theodor-Heuss-Straße begrenzen. Das soll — genau wie ein Durchfahrverbot für Lastwagen — Anwohner vor Lärm schützen.

Um die neuen EU-Gesetze zum Lärmschutz für Anwohner einzuhalten, braucht die Verwaltung drastische Maßnahmen. Denn im Moment sind tagsüber mehr als 24 000 Mönchengladbacher einer Belastung von über 70 Dezibel und nachts knapp 22 000 Mönchengladbacher einem Geräuschpegel von mehr als 60 Dezibel ausgesetzt.

Die Richtwerte einhalten kann die Stadt nur mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen. Idealerweise würde an vielen Hauptverkehrsstraßen Flüsterasphalt gelegt. Der hat genau die gleiche Wirkung wie eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer. Bloß: Dafür fehlt der Stadt das Geld. Bislang sind im Haushalt für 2012 und 2013 zusammen gerade einmal eine Million Euro für den leisen Asphalt angesetzt. Das reicht bei weitem nicht.

Gesetz aus Brüssel

Zwar gesteht Brüssel den Städten zu, nur das für sie finanziell Machbare umzusetzen. Allerdings: Aus Finanzmangel gar nichts tun darf die Stadt nicht. Und da ein paar neue Tempo 30-Schilder wenig kosten, schlägt die Verwaltung nun genau dies vor. So soll der Verkehr zum Beispiel auf der Aachener Straße zwischen Bahnstraße und Autobahnauffahrt Holt, auf der Rheydter, der Friedrich-Ebert-Straße und von der Gartenstraße Kreuzung Seminarstraße bis zum Georg-C.-Marshall-Platz deutlich langsamer rollen.

Dass dies viele Autofahrer nicht gerade begeistern wird, ist den Verkehrsplanern klar. Sie argumentieren so: Auf vielen dieser Straßen komme man schon jetzt oft nicht schneller voran. Andere Großstädte hätten gute Erfahrungen mit Tempo 30 auf Durchgangsstraßen gemacht. Und außerdem habe man keine Wahl, als das Gesetz aus Brüssel umzusetzen. Zucken dürfte bei dem Thema die FDP. Sie hat bei den bisher hinter verschlossenen Türen gelaufenen Beratungen zum Verkehrsentwicklungsplan darauf gedrängt, Tempo 30-Zonen nicht flächendeckend einzurichten.

Morgen wird der Entwurf des Lärmaktionsplans in der Bezirksvertretung Nord beraten. Da sich die Verkehrsplaner der Brisanz des Themas bewusst sind, werden die Bürger besonders ausführlich beteiligt. Nach ihren Anregungen sollen die endgültigen Maßnahmen im Frühjahr 2012 beschlossen und dann rasch umgesetzt werden. Zu den Vorschlägen gehört ein Fahrverbot für Lastwagen.

Auf manchen Straßen, zum Beispiel auf Abschnitten der Speicker und auf der Aachener Straße zwischen Autobahnabfahrt Holt und Engelsholt, sollen Lkw nicht mehr fahren dürfen. Auf anderen Strecken soll nur nachts ein Lkw-Verbot verhängt werden.

Langfristig soll der Verkehr weniger durch Wohngebiete und mehr durch Gewerbegebiete rollen. So soll eine neue neue Hauptachse von Südstraße über Am Gerstacker bis zur Otto-Safran-Straße führen. Eine andere läuft von Hohlstraße über Seilerweg, Landgrafen- und Markgrafenstraße bis Burggrafenstraße. Zudem sollen schon jetzt ruhige Gebiete gegen neuen Verkehrslärm geschützt werden.

(RP/rl)