Mönchengladbach: Technik-Studenten planen für Klimaschutzsiedlung

Mönchengladbach: Technik-Studenten planen für Klimaschutzsiedlung

Die Baugesellschaft wünscht sich eine Fußbodenheizung im Neubau: Soll diese mit einer zentralen oder lieber mit einer dezentralen Wärmepumpe gespeist werden? Wie gestaltet sich die Be- und Entlüftung des Gebäudes? Und lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach?

In der Regel sind praxisbezogene Projekte in der beruflichen Aus- und Weiterbildung erfunden. In den vergangenen sechs Monaten machten zwölf angehende Techniker der Fachrichtung Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik des Berufskollegs für Technik Rheydt-Mülfort die Erfahrung, an realen Projekten von namhaften Auftraggebern zu arbeiten. Die Resultate der Neubau, Sanierungs- und Nachrüstungsprojekten wurden den Auftraggebern nun in der Fachschule vorgestellt.

"Die Referenten sind keine Schüler, sie sind Vollzeit-Studierende, die hier mit dem Abschluss als staatlich-geprüfter Techniker auf eine abgeschlossene Berufsausbildung und teilweise sogar auf erste Berufserfahrung aufbauen wollen", sagt Schulleiter Detlef Zeich. Dementsprechend professionell gestaltete sich die Präsentation der drei Gruppen. Eines der drei Projekte: die Konzeptionierung des Neubaus einer Klimaschutzsiedlung in Erkelenz. Der Auftraggeber: das Ingenieurbüro Sommer-Baustatik. Die vier angehenden Techniker Milan Reichardt, Sebastian Rieke, Dennis Verwornn und Marvin Erbe hatten die vollständige Haustechnik der 48 Wohneinheiten, verteilt auf zwei baugleiche Häuser, zu planen. Ein wichtiges Element war die Wärmerückgewinnung in der Dusche. "Die Amortisationszeit würde rund 34 Jahre dauern. Das bauen wir lieber nicht ein", sagte Referent Marvin Erbe zur Belustigung der fachkundigen Zuhörerschaft. Solarzellen auf den Dächern würden sich schon eher lohnen. Die Gruppe bediente sich dabei einer Schattenwurf-Computer-Simulation und der offiziellen Klima-Daten der Stadt Erkelenz. Die Erkenntnis: 60 Module in südlicher Ausrichtung können einen Großteil des hausinternen Stromverbrauchs wie Wärmepumpe, Fahrstühle und Beleuchtung mit Strom versorgen. Eine Kostenübersicht wurde dem Auftraggeber Adolf Sommer auch gleich vorgelegt. Dieser zeigte sich nach der Präsentation sichtlich angetan von der Arbeit der kommenden Absolventen. "Die beiden Gruppen, die wir mit Projekten betraut haben, haben wirklich professionelle Lösungen präsentiert", sagte der Inhaber des Ingenieurbüros.

(dola)