1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Tauschrausch beim Familienfest des Fanprojekts

Mönchengladbach : Tauschrausch beim Familienfest des Fanprojekts

Panini-Sammler sortierten und verglichen am Fanhaus ihre Bilder. Es gab sogar noch mal Nachschub an der Tankstelle.

Auf der Bank neben dem Fanhaus herrscht höchste Konzentration, wie kurz vor dem Abpfiff eines Spiels, das es noch zu gewinnen gilt. Es wird sortiert und gezählt, Listen werden abgestrichen und verglichen, kleine Panini-Bilder wandern durch die Hände der Sammler. Ist das Album schon 500 Bildchen stark, wird es schwierig, die letzten fehlenden Exemplare zusammenzukriegen. Die Sammler kennen dieses Gefühl nur zu gut. Deshalb sind so viele zum Panini-Tauschen gekommen, dass Daniele Schumann vom Gladbacher Fanprojekt an der Tankstelle noch mal Nachschub geholt hat: "Das war der Wahnsinn, da waren Bilder bei, die ich ewig gesucht habe!", sagt sie begeistert.

Den typischen Panini-Sammler gibt es nicht, es ist ein Hobby - oder auch "eine Sucht", wie Schumann sagt - für jedes Alter. Zur WM passt die Tauschbörse also perfekt auf das Familienfest des Fanprojektes. Die Rückmeldungen im letzten Jahr waren so gut, dass der Verein wieder ein Fest auf die Beine gestellt hat. Das Vereinsheim sei eben nicht die Kneipe, als die es oft wahrgenommen wird, sonder - und das eben in jedem Alter. "Es gibt eine einfache Regel: Glückliche Kinder machen glückliche Eltern", sagt Schumann.

Für Sven Körber ist das eine neue Seite der Fanarbeit, aber gerade deshalb auch so spannend. Nach einer Pause ist er ins Fanprojekt zurückgekehrt, hat die Planungen für das Fest begleitet: "Es ist eine ganz andere Arbeit im Fanprojekt, aber wirklich schön. Die Leute, die man sonst samstags am Bierstand trifft, jetzt mit ihren Kindern zusammen spielen zu sehen, ist was mal was anderes."

Die Kinder spielen Fußball, der Dauerregen ist egal, die Eltern schauen gemütlich unter den Sonnenschirmen vom Rand aus zu.

Auch im Jugendhaus von "De Kull" ist etwas los, auch, wenn die Jugendlichen sich sowieso von montags bis freitags und an Spieltagen treffen können. Was gemacht wird, bleibt ihnen selbst überlassen, genau wie die Gestaltung der Räume.

Beim Regen haben sich die meisten am Samstag dann aber doch für das Bannermalen statt Kicken entschieden: Schwarze und grüne Farbe steht im ganzen Raum verteilt, mit Beamer werden die Vorlagen übertragen. "Wir sind einfach eine Anlaufstelle, einmal in der Woche gibt es eine feste Aktivität oder einen Ausflug, ansonsten ist die Gestaltung frei", sagt Philip Hülsen von der Jugendarbeit im Fanprojekt. Zehn bis 15 Jugendliche kommen jeden Tag her, um miteinander Zeit zu verbringen.

Panini-Bilder, Kinder-Rallye rund um die Borussia oder einfach nur zusammen einen Kaffee oder Bier trinken - "es lohnt sich einfach, dabei zu sein und Kontakte zu knüpfen, für die Erwachsenen als auch für die Kinder", sagt Schumann.

(ansch)