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Mönchengladbach: Sylvia Löhrmann würdigt "Comeback"-Projekt

Mönchengladbach : Sylvia Löhrmann würdigt "Comeback"-Projekt

Bei der Einweihung des neuen Gebäudes an der Brückenstraße spricht die Schulministerin von einem wichtigen Schritt.

Vor einem Jahr besuchte Jasmin Gruberts noch ein Gymnasium. Doch schlagartig veränderte sich ihre schulische Situation und aus beruflicher Perspektive wurde eine Sackgasse. "Der Leistungsdruck war zu groß. Ich kam einfach nicht mehr mit und habe Schule nur noch mit absolutem Stress verbunden", sagt sie. Doch Jasmin Gruberts fand den Weg hinaus aus der Sackgasse und erlebte ihr persönliches "Comeback". Dank des gleichnamigen Projektes der Stadt, des Schulamtes und der Gemeinschaftshauptschule Dohr hat sie eine zweite Chance erhalten und besucht nun die zehnte Klasse der GHS Dohr.

Mit Beginn des neuen Schuljahres wurden die Räumlichkeiten für das Projekt, das Schulverweigerern hilft, einen Abschluss zu bekommen, nun erweitert, um sich auch um den Schulabsentismus der Jahrgänge 7 und 8 widmen zu können. Bisher wurden nur Schüler der Jahrgänge 9 und 10 betreut. Zur offiziellen Eröffnung wurde Familienministerin Sylvia Löhrmann an der Brückenstraße begrüßt. "Comeback — das bedeutet auch Neuanfang", sagte die 56-Jährige, die deutliche Worte fand für die Auswirkungen, die andauernde Schulabwesenheit hat. "Diese Kinder und Jugendlichen laufen Gefahr, die Verlierer von morgen zu sein. Darum ist so ein Projekt ein wichtiger Schritt." Die Zahlen sind durchaus alarmierend: so soll die Zahl der schulabstinenten Schüler laut Löhrmann in Mönchengladbach im dreistelligen Bereich liegen. Und dass jeder davon einer zu viel ist, da waren sich alle Verantwortlichen einig. Mit ernster Mine dachte Sylvia Löhrmann zurück an die Zeit, als sie vor rund 30 Jahren mit "schulmüden Schülern" in Duisburg arbeitete, um Motivationsarbeit zu leisten — und einfach da zu sein. Sie sprach von einer "lehrreichen Zeit".

Eine solche Zeit liegt auch hinter Jasmin Gruberts, die das Konzept des Projektes schnell schätzen lernte. "Hier gibt es kleinere Klassen und ich fühle mich einfach wohl", sagt die Schülerin.

(RP)