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Mönchengladbach: Sven Lau im Polizei-Verhör

Mönchengladbach : Sven Lau im Polizei-Verhör

Der Vorsitzende des islamistischen Vereins "Einladung zum Paradies", Sven Lau, ist am Montag festgenommen worden. Über die Gründe wollte die Polizei noch keine Auskünfte geben. Angeblich wurden weitere Salafisten verhört.

Verstöße gegen das Grundgesetz? Verfassungsfeindliche Äußerungen? Oder andere Straftaten? Warum der Vorsitzende des islamischen Vereins "Einladung zum Paradies" (EZP), Sven Lau, gestern festgenommen wurde, darüber wollte die Polizei noch keine Auskunft geben. Erst auf Anfrage bestätigte Polizeisprecher Willy Theveßen am Abend, dass die Festnahme tatsächlich stattgefunden hat. Angeblich sollen auch weitere Salafisten verhört worden sein.

"Ihr müsste euch organisieren"

Die Salafisten rufen unterdessen zum "Kampf" auf. Der vom Verfassungsschutz beobachtete fundamentalistische Prediger Pierre Vogel hatte am Nachmittag im Internet gepostet, dass Sven Lau "verhaftet" worden sei. Er appellierte an seine Brüder und Schwestern, dass sie sich organisieren sollten. Offensichtlich befürchten die Salafisten ein Verbot infolge der Innenministerkonferenz, die heute und morgen stattfindet.

Vogel schreibt: "...man versucht, meine Vorträge zu löschen, man hat uns Moscheen geschlossen für große Vorträge (...), jetzt wird gerade der größte Wert der Demokratie, das Versammlungsrecht, abgeschafft." Der deutsche Konvertit fordert seine Brüder und Schwestern auf, sich wöchentlich in Wohnungen zum Gebet und Unterricht zu treffen.

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Nachdem die Stadt im Januar verfügt hatte, dass die Salafisten sich nicht mehr in einer Privatwohnung zum Gebet treffen dürfen, kam es wiederholt zu Zwischenfällen, die von EZP im Internet als "Anschläge" bezeichnet wurden. So gerieten Anfang März Salafisten und Karnevalisten aneinander. Pierre Vogel verkündete anschließend, dass in Mönchengladbach nun "Jagd auf Muslime" gemacht werde.

Die Rede war von einem "Mordanschlag" auf Lau und seine Familie, die Angreifer hätten ihn und seine Kinder lynchen wollen. Zwei Wochen später kam es binnen weniger Tage gleich zu mehreren Vorfällen: So sollen Unbekannte den Hinterhof, auf dem die Salafisten beten, mit Hundekot beschmiert haben. Wenig später wurde eine Scheibe von Sven Laus Laden an der Waldhausener Straße eingeworfen, daraufhin die Scheibe der Haustür von Wilfried Schultz, dem Sprecher der Eickener Bürgerinitiative.

Anschließend soll, so die Darstellung der Salafisten, rund um ihr Grundstück eine Serie von Brandstiftungen begonnen haben. Einen ersten Vorfall bestätigte die Polizei in der Nacht zum 17. April, als auf dem Hof Abfall entzündet wurde. Einen Containerbrand in der Nacht auf den 26. Mai wertete Lau erneut als Anschlag. Zuletzt brannte es in der Nacht auf den 5. Juni im Keller des Hauses Eickener Straße 166 neben dem Hauptsitz von EZP.

"Einige Bewohner des Hauses haben angefangen zu weinen, es war sehr emotional", sagte Lau daraufhin in einer Videobotschaft. Kinder hätten unter Schock gestanden. Die Bürgerinitiative sei "direkt um 2 Uhr morgens am Start" gewesen und habe gerufen, "dass das die Salafisten selber waren". Man lasse sich jedoch nicht einschüchtern: "Letztendlich wissen wir, dass ihr die Übeltäter seid, wer auch immer dahintersteckt." Die Polizei hatte nach allen Vorfällen Ermittlungen aufgenommen.

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(RP)