Mönchengladbach: Sturmchaos: Der Tag danach

Mönchengladbach: Sturmchaos: Der Tag danach

Gleich drei Baustellen hatte die evangelische Kirchengemeinde Rheydt, nachdem Xynthia gewütet hatte. Die Luther-Kirche in Giesenkirchen war am stärksten betroffen. Hier musste sofort gehandelt werden.

Die evangelische Kirche in Rheydt hat das Sturmtief Xythia besonders hart getroffen. Gleich drei Baustellen hatte Jürgen Breiderhoff gestern abzuwickeln – und zwar in Windeseile. "Heute Morgen kamen die Meldungen hintereinander rein", sagt der Zuständige für Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten der evangelischen Gemeindeverwaltung an der Gracht. Das Dach der evangelischen Kirche in Giesenkirchen hatte den größten Schaden. Etwa 80 Ziegeln hatte der Sturm hinweggefegt. Glücklicherweise war die Photovoltaik-Anlage, die die Gemeinde erst vor wenigen Jahren hatte installieren lassen, nicht betroffen. "Wir mussten sofort handeln", sagt Breiderhoff. "Da war Gefahr in Verzug." Die Feuerwehr hatte die Fläche vor dem Gotteshaus vorsichtshalber weiträumig mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Schon am Morgen machte sich der Giesenkirchener Dachdecker Thomas Theißen ans Werk. Mittags war die Gefahr gebannt.

Weiter ging's an der Friedhofskapelle an der Nordstraße in Rheydt. Auch da hatten die Sturmböen für Zerstörungen am Dach gesorgt. Und das Pfarrhaus an der Von-Gahlen-Straße, in dem Pfarrer Stephan Dedring wohnt, war auch lädiert. "Hier hielten sich die Schäden allerdings in Grenzen", sagt Breiderhoff. Sie mussten dennoch schnell beseitigt werden. Etwa 1500 Euro wird die Reparatur der Kirche in Giesenkirchen kosten, vermutet Breiderhoff. "Insgesamt wird die Beseitigung der Schäden in unserem Bereich ein paar tausend Euro verschlingen."

Eine Ausschreibung musste der Fachmann der evangelischen Kirche Rheydt nicht starten. Er musste auch nicht drei Angebote zum Vergleich einholen. "In solchen Fällen müssen wir umgehend Maßnahmen in die Wege leiten, da können wir nicht abwarten und hoffen, dass nichts passiert", so Breiderhoff. Die Begleichung der Schäden übernimmt die Gebäudeversicherung.

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Das gilt für alle versicherten Gebäude, die durch Xynthia Schaden davon getragen haben. Denn der Sturm kam mit einer Windgeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde daher. Die Gebäudeversicherung zahlt ab Windstärke acht und einer Windgeschwindigkeit von Tempo 63.

Die Versicherungslage ist bei Sturmschäden recht eindeutig. Wenn es Gebäude betrifft. Anders sieht das aus, wenn ein Baum in den Nachbargarten kippt. Da ist die Regel: Hat ein nachweislich morscher Baum beim Umkippen einen Schaden verursacht, muss der Baumbesitzer oder seine Haftpflichtversicherung dafür aufkommen. Ist ein gesunder Baum umgefallen, gilt das als "höhere Gewalt". Der Eigentümer muss in diesem Fall nicht für die Begleichung des Schadens aufkommen. Der Nachbar, dessen Zaun und Vegetation zerstört wurden, kann dann seine Versicherung in Anspruch nehmen.

Wer Fragen zu Sturmschäden und Versicherung hat, kann sich an die Verbraucherzentrale an der Bahnhofstraße 21 (Tel. 02166 49000) wenden.

(RP)