Mönchengladbach: Student entwickelt eine Zaubertrick-App

Mönchengladbach : Student entwickelt eine Zaubertrick-App

Der 21-jährige Dima Andes arbeitet im Nebenberuf als Magier. Nun hat er sein erstes Zauber-Programm für Smartphones veröffentlicht.

Wenn sich Dmitrij Andes vorstellt, dann macht er das so: "Hallo, ich bin Dima und studiere Textil- und Bekleidungstechnik. Nebenberuflich bin ich Zauberer." Was sich im ersten Moment anhören mag wie die maßlose Übertreibung eines simplen Partytricks, hat in Wahrheit Hand und Fuß. Der 21-Jährige lässt keine Münzen verschwinden und zieht auch keine Kaninchen aus einem Hut. Sein Bereiche sind Mentalmagie und Hypnose.

"Gedanken übertragen, Wörter erraten oder jemanden einen Namen vergessen lassen", erklärt der Student der Hochschule Niederrhein. Seinen neuesten Trick kann sich seit kurzem jeder runterladen, der ein Smartphone mit Android-Betriebssystem besitzt. Dafür hat Dima Andes eine App entwickelt, die dem Gegenüber glaubhaft machen soll, man könne seine Gedanken lesen.

Seinen ersten Zauberkasten hat Dima Andes zu seinem sechsten Geburtstag bekommen und unentwegt die Tricks geübt. Wie das bei Kindern aber so ist, geraten liebgewonnene Spielzeuge irgendwann wieder in Vergessenheit. Erst mit 14 Jahren beschäftigte sich er sich wieder mit der Zauberei, dafür diesmal aber richtig. Er lernte das "Gedankenlesen" und ließ sich von einem Therapeuten in Hypnose ausbilden. Seit er 16 ist, kann man ihn für Geburtstage, Firmenfeiern oder andere Feste mieten.

Etwa dreimal pro Monat ist er derzeit an den Wochenenden in seiner Heimat Gütersloh mit seinem Programm unterwegs. "Als Student ist das ein ziemlich netter Nebenjob", sagt er. Vor etwa drei Jahren brachte Dima Andes die DVD "X-cluded" heraus. Darauf erklärte er Karten- und Zaubertricks für Anfänger und Fortgeschrittene.

Die von ihm nun in nur einer Woche entwickelte App heißt "iKnow" und verspricht dem Nutzer, durch sie zum Mentalmagier zu werden. "Sie dient zumindest als Einstieg", sagt der Erfinder. Kurz erklärt, funktioniert sie so: Der Nutzer übergibt einem Zuschauer sein Smartphone und sagt ihm, dass er als Hintergrundbild seine Glücksspielkarte eingestellt hätte. Dann soll der Zuschauer irgendeine Spielkarte nennen und darf anschließend selbst auf dem Mobiltelefon nachschauen, ob der mutmaßliche Zauberer recht hatte. Läuft alles reibungslos, erscheint die genannte Karte. Und wie funktioniert der Trick? Nun, wir wollen das Geheimnis nicht verraten, aber es könnte etwas mit der Pin-Nummer zu tun haben, die der Nutzer eingibt, um das Display des Smartphones zu entsperren. Seit diesem Monat ist die Zauber-App auf dem Markt und kostet 3,99 Euro. Sie erscheint weltweit und wird in Deutsch und Englisch angeboten. 10 bis 50 Nutzer haben sich laut Anbieter den virtuellen Kartentrick bereits gekauft. Dima Andes hofft auf mindestens 5000 Käufer. Fünf Personen haben die App bisher bewertet, und alle haben ihr mit fünf Sternchen die Höchstpunktzahl gegeben. "Super einfaches Prinzip, aber nicht zu durchschauen", schreibt ein Nutzer. Einziges Manko: Ist die Show vorbei, muss man sich nach jeder Nutzung sein ursprüngliches Hintergrundbild wieder neu einrichten.

(emy)
Mehr von RP ONLINE