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Mönchengladbach: Streit um verkaufsoffene Sonntage programmiert

Mönchengladbach : Streit um verkaufsoffene Sonntage programmiert

Nur noch 13 verkaufsoffene Sonntage soll es im nächsten Jahr nach dem Willen der Landesregierung geben. In Gladbach waren es in diesem Jahr 16 – und schon jetzt liegen 22 Anträge für 2013 vor.

Nur noch 13 verkaufsoffene Sonntage soll es im nächsten Jahr nach dem Willen der Landesregierung geben. In Gladbach waren es in diesem Jahr 16 — und schon jetzt liegen 22 Anträge für 2013 vor.

Noch hat die Landesregierung das Gesetz nicht beschlossen. Doch schon jetzt ist klar: Irgendwer wird verzichten müssen. 13 verkaufsoffene Sonntage will die rot-grüne Regierung im nächsten Jahr pro Stadt nur noch zulassen und provoziert damit den Streit zwischen den Mönchengladbacher Ortsteilen. Denn bei der Stadt liegen bereits 22 Anträge für 2013 vor, und nun fürchten die kleineren Stadtteile, zugunsten der großen Zentren in Mönchengladbach und Rheydt verzichten zu müssen.

"Es konzentriert sich dann alles auf Mönchengladbach und Rheydt", sagt Angela Rode-Zander, Vorsitzende des Gewerbekreises Wickrath. Parallel zu öffnen, würde sich kaum lohnen, sagt auch Annette Zimmermann, Vorsitzende des Gewerbekreises Odenkirchen: "Wir versuchen immer, nicht in Konkurrenz zu den Innenstädten zu treten."

Dort beharrt man jedoch auf den bisherigen Regelungen: "Ich gehe davon aus, dass die zwei Zentren vier verkaufsoffene Sonntage behalten werden", sagt Stefan Wimmers, Vorsitzender des City-Managements Mönchengladbach. Peter Felten vom Rheydter City-Management sieht das ähnlich: "Die vier verkaufsoffenen Sonntage sind sehr wichtig. Wir brauchen sie unbedingt." Beide räumen allerdings ein, dass man nicht nur auf sich schauen dürfe. Würde das Gesetz in dieser Form kommen, müssten alle Beteiligten Gespräche führen.

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Noch ist das Gesetz zur Änderung der Ladenöffnungszeiten jedoch nicht beschlossen. Mitte Dezember soll der Gesetzesentwurf im Landtag beraten werden, ab Mai dann in Kraft treten. "Die Politik scheint sich immer mehr von der Realität zu entfernen", ärgern Wimmers die Pläne der Regierung allerdings bereits jetzt. Er fürchtet, dass die Städte dadurch weitere Kunden an den Online-Handel verlieren würden.

Marlies Rennertz vom Gewerbekreis Rheindahlen fürchtet hingegen, dass die Kaufkraft nach Holland abwandert: "Dann fahren die Bürger einfach nach Venlo." Die Gefahr der nahen Grenze sieht auch Peter Felten: "In Holland wird die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage erhöht, und wir werden eingeschränkt." Dabei müsse man zukünftig doch eigentlich noch mehr tun, um die Kunden zu gewinnen.

Die Gewerbetreibenden veranstalten daher seit Jahren verschiedene Feste, um die Kunden in die Ortsteile zu locken. "Die Traditionsfeste sind für uns sehr wichtig", sagt Annette Zimmermann und Peter Felten bestätigt: "Die Umsätze bei den verkaufsoffenen Sonntagen sind sehr hoch, was auch der Stadt zugute kommt." Der Wegfall der verkaufsoffenen Sonntage könnte somit auch das Aus für Feste und Veranstaltungen bedeuten. "Das ganze Drumherum lohnt sich aber nicht, wenn wir unsere Geschäfte nicht aufmachen dürfen", sagt Angela Rode-Zander.

Stefan Wimmers sieht daher die Stadt in der Pflicht, für einen Konsens zu sorgen. Eine Lösung könnte sich der Vorsitzende des City-Managements für die 13 Sonntage jedoch vorstellen: "Vier für den Norden, vier für den Süden, dann blieben fünf, die in West und Ost stattfinden könnten. Das wäre vielleicht ein Ansatz."

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(RP/rl/top)