1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Streit um eine Frau: Prozess wegen Messerstichs in den Hals

Mönchengladbach : Streit um eine Frau: Prozess wegen Messerstichs in den Hals

Zwei Viersener, 39 und 31 Jahre alt, mussten jetzt vor dem Schwurgericht auf der Anklagebank Platz nehmen.

Dem jüngeren, aus Russland stammenden Mann wirft der Staatsanwalt versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor. Bei dem 39-Jährigen, der mit seiner Familie aus Kasachstan nach Deutschland kam, geht die Anklage von gefährlicher Körperverletzung aus. Er tritt in diesem ungewöhnlichen Prozess zugleich als Nebenkläger auf.

Hintergrund dieser Geschichte von absurder Gewalt ist offenbar der Streit um eine Frau. Der 39-Jährige soll seinem mitangeklagten ehemaligen Freund die Freundin ausgespannt haben, als der Jüngere in Haft musste. Das berichtete der ältere Angeklagte und schilderte zugleich, was sich in der Nacht zum 27. Juli 2011 in seiner Viersener Wohnung abgespielt haben soll. Der 31-Jährige erschien kurz vor Mitternacht mit zwei Begleitern in der Wohnung des Älteren und forderte ihn auf herauszukommen. Das wollte der Wohnungsinhaber nicht: Das Trio sollte hereinkommen. Die Männer betraten die Wohnung. Doch der jüngere Angeklagte zog seine Schuhe nicht aus, was der 39-Jährige als respektlos empfand.

In der Küche soll es gleich Streit gegeben haben. Als der unwillkommene Gast in die Tasche griff, nahm der Wohnungsinhaber eine volle Bierflasche und schlug sie ihm auf den Kopf. Danach habe er mit einer zweiten Flasche noch einmal zugeschlagen und gefragt: "Reicht es?" Doch der Eindringling reagierte anders als erwartet. Er ging ins Badezimmer, kam mit einem Klappmesser zurück und stieß es dem Wohnungsinhaber in den Hals. Danach soll er es noch in der Wunde gedreht haben, so der 39-Jährige in seiner Aussage. Durch den Stich wurden die Hauptschlagader und eine Zungenseite des Wohnungsinhabers verletzt. Er überlebte den Angriff — nach einer sofortigen Operation.

Der 31-Jährige schilderte das Geschehen in der Wohnung jedoch ganz anders. Er habe ein kleines Messer vom Küchentisch genommen und damit lediglich weit ausgeholt. "Ich musste mich doch verteidigen", erklärte der Angeklagte erregt. "Der will doch nur Schmerzensgeld von mir", murmelte er im Gerichtssaal. Tatsächlich hat der durch den Messerstich verletzte Mitangeklagte durch seinen Anwalt ein Schmerzensgeld von mindestens 40 000 Euro gefordert. Der Prozess wird fortgesetzt.

(RP)