Mönchengladbach: Streit um die neue Tiefgarage

Mönchengladbach: Streit um die neue Tiefgarage

Heller, moderner und luftiger wird die Tiefgarage unter dem Rheydter Markt. Aber sie wird auch teurer als geplant und hat viel weniger Parkplätze. Laut Verwaltung muss das so bleiben. Die CDU fürchtet einen teuren Flop.

Mindestens 8,2 Millionen Euro Steuergelder wird es kosten, die Rheydter Tiefgarage zu sanieren. Für dieses Geld bekommen die Rheydter dann freie Sicht vom Markt bis zum Sparkassenvorplatz — und ein Drittel weniger Parkplätze als bisher. Beides verursacht bei der CDU Bauchschmerzen. "Wir haben heute dazu im Planungsausschuss eine Reihe von Fragen", kündigt der CDU-Planungsexperte Hans-Wilhelm Reiners an. 225 Parkplätze gibt es im öffentlichen Teil der neuen Garage. Und mehr werden es auch nicht, wenn samstags die städtischen Mitarbeiter ihre Parkplätze nicht brauchen, die über einen neuen Verbindungsbau künftig auch über die Einfahrt an der Limitenstraße zu erreichen sind. "Das geht leider nicht, weil der städtische Teil der Garage nicht den strengen Anforderungen an eine öffentliche genügt. Da müsste erst noch mal investiert werden, das Geld haben wir leider nicht", sagt Andreas Wurff, der Technische Beigeordnete.

Zu eng an den Adventssamstagen?

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"Dann reichen aber an den Samstagen, an denen viele zum Markt wollen, die Plätze nicht", fürchtet Hans-Wilhelm Reiners. Er wundert sich, warum die Zahl der Stellplätze gleich um ein Drittel abnimmt. Wurff verweist auf die neuen Richtlinien für Parkhäuser. Als die Tiefgarage gebaut wurde, gab es weder Behinderten- noch Frauenparkplätze, vor allem aber auch keine SUV-Karossen. "Die Autos heute brauchen einfach mehr Platz als früher ein Käfer", sagt Wurff. Der Zuschnitt sei keineswegs luxuriös, sondern entspreche dem Durchschnitt neuer Parkhäuser. Und eine Zählung habe gezeigt, dass im Schnitt eh nur 180 Autos dort parkten. "Klar kann das an einem Adventssamstag auch mal eng werden. Aber das ist die absolute Ausnahme und nicht die Regel", so Wurff.

Noch teurer wird die Tiefgarage durch einen neuen Verbindungsbau zwischen dem öffentlichen und städtischen Teil. Der ist nötig, weil aus Kostengründen nun doch nicht wie ursprünglich geplant eine neue Zufahrt über die Stresemannstraße gebaut werden kann. Und weil die bisherige Anbindung an die Marktstraße wegfällt, damit es eine freie Sichtachse bis zum Harmonieplatz geben soll, fahren die städtischen Mitarbeiter also demnächst über die Limitenstraße und dann unterirdisch über die neue Verbindung. "So schön das mit der Sichtachse auch städtebaulich sein mag — aber kann sich die Stadt das wirklich werden leisten?", fragt Hans-Wilhelm Reiners (CDU). Sie muss sogar, sagt Andreas Wurff, weil sonst womöglich kein Fördergeld aus Düsseldorf fließe. Die Ampel überzeugt das. "Wir werden dem Vorschlag der Verwaltung zustimmen", kündigt Lothar Beine, Fraktionsvorsitzender der SPD, an.

(RP)
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