Mönchengladbach: Streit um den Affenfelsen

Mönchengladbach: Streit um den Affenfelsen

Die Steinformation im Eickener Kreisel soll entgegen bisherigen Plänen nicht an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Begründung: Das wäre zu teuer. Doch die Eickener kämpfen weiter um ihren Felsen.

Der Eickener Kreisel hat ausgedient — und mit ihm auch die markante Formation aus Basaltsteinen an der Hindenburgstraße, die fast jeder in der Stadt Affenfelsen nennt. Die schweren Steine müssen abgebaut werden, wenn aus dem Kreisel eine große Ampelkreuzung wird. Doch was dann aus dem Affenfelsen wird, ist unklar. Die CDU wollte ihn an der Kreuzung Hohenzollernstraße/Künkelstraße wieder aufstellen lassen. Das ist der Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP aber zu teuer. Die Verwaltung geht davon aus, dass die Steinkombination eingelagert wird — es sei denn, die neue Mehrheit beschließt, die Steingruppe zu vernichten.

Ein Stück Eickener Identität

Das hielte die CDU für einen Fehler. Daniel Bauer argumentierte in der Bezirksvertretung Nord, auch wenn der Affenfelsen kein Kunstwerk oder Baudenkmal sei, gehöre er zur Identität der Eickener. Das sieht Ortsverbandsvorsitzender Rolf Besten genau so: "Wie sehr die Eickener an den Steinen hängen, sieht man schon daran, dass sie die Anlage liebevoll Affenfelsen nennen." Er werde immer wieder darauf angesprochen, dass der Affenfelsen gerettet werden müsse.

  • Mönchengladbach : Schonfrist für Affenfelsen

Genau das sei auch mit der Verwaltung besprochen gewesen. Sie hatte auf den Wunsch der CDU mögliche neue Standorte vorgeschlagen — darunter auch die Kreuzung Hohenzollernstraße/Künkelstraße. "Die Kosten dafür waren immer in der Umgestaltung des Eickener Kreisels eingerechnet", sagt Besten. Darum könne er nicht verstehen, warum der Umzug des Affenfelsens nun zu teuer sein soll.

Tatsächlich argumentiert die Ampel mit den Kosten. 55 000 Euro soll es kosten, wenn die Steine ab- und wieder aufgebaut werden — und das, ohne den Brunnen wieder in Betrieb zu nehmen. "Sosehr ich verstehe, dass die Eickener an ihrem Affenfelsen hängen — das ist in Zeiten wie diesen zu viel Geld", findet Michael Hildemann, SPD-Bezirksvertreter. Darum stimmte die SPD gegen den Vorstoß.

Bleiben zwei Möglichkeiten: Den Affenfelsen einfach abzubauen, was etwa 4000 Euro kosten soll. Oder ihn danach zwischenzulagern, was rund 10 000 Euro teuer wäre. Die Verwaltung geht im Moment davon aus, dass der Felsen gelagert wird. "Zumindest haben wir keine anderen Signale aus der Politik bekommen", sagt Verkehrsplaner Martin Scheel. Tatsächlich hat die Ampel noch nicht letztlich über die Zukunft des Felsens entschieden. Und so kann Michael Hildemann auch nur eine persönliche Meinung sagen. "Ich weiß nicht, wozu man ihn jetzt lagern sollte. Und 10 000 Euro sind immer noch viel Geld. Dafür kann man ihn im Zweifel neu aufbauen." Die Steine waren 1988 bei der Einrichtung des Eickener Kreisels aufgeschichtet worden — von zwei städtischen Mitarbeitern: Stadtplaner Norbert Schulz und Paul Brickwedde , Chef des Grünflächenamts.

(RP)