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Streiks in Mönchengladbach: Busse stehen, viele Kitas bleiben geschlossen

Kitas, Nahverkehr, Ämter : Was der Warnstreik für Mönchengladbach bedeutet

Die Mönchengladbacher müssen sich ein weiteres Mal auf Einschränkungen einstellen: Neun städtische Kitas bleiben am Dienstag wegen weiterer Streiks geschlossen. Auch die Busse fahren in Mönchengladbach nicht. Der Müll wird aber abgeholt.

Der Tarifstreit im öffentlichen Dienst hat am Dienstag gravierende Auswirkungen auf Mönchengladbach. Eine Reihe städtische Kitas bleibt geschlossen oder richtet nur Notgruppen ein, Busse fahren nicht, auch in der Mags sind Mitarbeiter zum Streik aufgerufen. Darauf müssen sich die Gladbacher am Dienstag einstellen.

Wer streikt? Die Gewerkschaften Verdi und Komba haben ihre Mitglieder zu Warnstreiks aufgerufen, aber nicht alle. Die Komba etwa legt ihren Schwerpunkt auf die Stadtverwaltung eben mit den Kindertageseinrichtungen. Sie vertritt eigenen Angaben zufolge etwa 1000 Beschäftigte in Mönchengladbach, darunter auch Mitarbeiter der Sozial-Holding, die die Altenheime betreibt. Dort verzichtet Komba aber auf Arbeitsniederlegungen. „Das passt nicht zur aktuellen Situation“, sagt Sebastian Willer, Streikleiter bei Komba. Auch Verdi hat zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Was ist mit den Kitas? Grundsätzlich könne es in allen städtischen Kitas zu einem eingeschränkten Betreuungsangebot kommen, so die Stadt. Auch die Lena-Gruppen könnten betroffen sein. Eltern haben aber bereits weitgehend Klarheit. Neun Kitas bleiben geschlossen. Das sind: Ferdinand-Strahl-Straße, Gatherskamp, Giesenkirchener Straße, Josef-Drauschke Straße, Kammgarnstraße, Mühlenstraße, Nikolausstraße, Rüdigerstraße und Seidenweberstraße. Wo von den Eltern gewünscht, wurde eine Notbetreuung in Nachbareinrichtungen organisiert. 14 weitere städtische Kitas sind von den Streiks betroffen, bieten aber eine eigene Notgruppe an. Das sind: Altenbroicher Straße, Am Hockstein, Am Beekerkamp, Friedhofstraße, Gartenkamp, Höfgenweg, Kamphausener Straße, Kommer Weg, Leibnizstraße, Lisztstraße, Pahlkestraße, Pestalozzistraße, Schlossacker und Steinshütte. 15 weitere Einrichtungen sind gar nicht oder nur geringfügig betroffen, der Regelbetrieb werde dort aufrecht erhalten, so Stadtsprecher Dirk Rütten. Insgesamt müssten 78 Kinder in den Einrichtungen notbetreut werden.

Was ist mit Bussen? Die bleiben in Mönchengladbach und Viersen auch am Dienstag den ganzen Tag im Depot. Die NEW teilte mit, dass der Linienverkehr aufgrund des Warnstreiks zum Erliegen komme. In den übrigen Bedienungsgebieten der NEW-Verkehrsunternehmen (etwa im Kreis Heinsberg) sei mit Einschränkungen zu rechnen.

Was ist mit der Müllabfuhr? Dort sind keine Änderungen vorgesehen, auch wenn die Gewerkschaft Komba ihre Mitglieder bei der Mags zum Warnstreik aufgerufen hat. „Der Müll wird normal abgeholt, es gibt keine Verschiebungen“, sagt Mags-Sprecherin Silvana Brangenberg.

Sind Schwimmbäder geöffnet? Ja. Einzig das Stadtbad Rheydt bleibt nach NEW-Auskunft am Dienstag ab 12 Uhr geschlossen.

Wo wird noch gestreikt? In der Telefonzentrale der Stadt arbeitet am Dienstag auch nur eine Notbesetzung. Verwaltungsmitarbeiter können aber auch direkt angerufen werden.

Ist denn jetzt mit weiteren Streiks zu rechnen? Das hängt vom weiteren Verlauf der Tarifverhandlungen ab. Die Arbeitgeber bieten insgesamt 3,5 Prozent mehr Geld über drei Jahre an, das Angebot wurde von den Gewerkschaften harsch kritisiert. Die Arbeitnehmer fordern ein Plus von 4,8 Prozent bei einer Laufzeit von einem Jahr, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. In dieser Woche steht eine weitere Verhandlungsrunde in Potsdam an.