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Mönchengladbach: Stillstand rund um Haus Westland

Mönchengladbach : Stillstand rund um Haus Westland

Investor und Architekt haben die Arbeit vorerst eingestellt. Sie kritisieren, dass es noch keine Pläne zum Umbau des Busbahnhofs gibt. Nun sucht der Investor nach Interessenten - als Partner oder als Käufer?

Investor und Architekt haben die Arbeit vorerst eingestellt. Sie kritisieren, dass es noch keine Pläne zum Umbau des Busbahnhofs gibt. Nun sucht der Investor nach Interessenten - als Partner oder als Käufer?

 So sieht der Siegerentwurf des Planungsbüros KBNK aus: vom Hauptbahnhof in Blickrichtung der "19 Häuser" mit deutlich kleinerem Busbahnhof.
So sieht der Siegerentwurf des Planungsbüros KBNK aus: vom Hauptbahnhof in Blickrichtung der "19 Häuser" mit deutlich kleinerem Busbahnhof. Foto: KBNK

Die Euphorie war spürbar an jenem Februar-Nachmittag im vergangenen Jahr, als feststand: Haus Westland soll dem Projekt "19 Häuser" weichen. Das war das Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs, den der Investor Sebastian Lüder und die Stadt vorangetrieben hatten. Doch passiert ist seither gar nichts. Und es ist auch nicht absehbar, wann denn tatsächlich einmal das erste dieser "19 Häuser" steht. Wann die Schrottimmobilie Haus Westland abgerissen wird. Und ob das Vorhaben denn überhaupt in dieser Weise umgesetzt wird. Wie der Investor auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte, ruht das Projekt im Moment komplett. Ähnliches ist auch aus dem Hamburger Planungsbüro KBNK zu erfahren, das damals den Wettbewerb gewonnen hatte.

Nach Informationen unserer Redaktion bemühte sich die Lüder-Gruppe zwischenzeitlich sogar um neue Interessenten für das Projekt. Wie unsere Redaktion erfuhr, ist die Immobilie über einen Makler mehreren infrage kommenden Projektentwicklern im Raum Düsseldorf angeboten worden. Stadtdirektor und Planungsdezernent Gregor Bonin bestätigte: "Verschiedene Interessenten haben sich bei uns gemeldet und sich nach dem Projekt erkundigt. Wir haben mit ihnen darüber gesprochen." Bisher sei es aber nicht über den Status von Vorgesprächen hinaus gegangen. Bereitet der Investor etwa seinen Abschied vor?

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Carl Matthias Rathgen, bei Lüder verantwortlich für das Projekt, bestreitet dies, bestätigte allerdings die Gespräche mit Interessenten. Allerdings habe es sich nicht um Verkaufsverhandlungen gehandelt. Die Gruppe mit Sitz in Hildesheim habe vielmehr eine Markterkundung durchgeführt, um unter Immobilienunternehmen potenzielle Interessenten zu finden, die in das Projekt einsteigen wollen. Rathgen begründet dies mit Kapazitätsengpässen, da sich der bisherige Zeitplan verschoben habe. "Wir wollen das Projekt nicht blockieren, wenn wieder Bewegung hineinkommt, unsere Ressourcen dann aber anderweitig gebunden sind", sagte Rathgen. "Deshalb sprechen wir mit Partnern, um zum gegebenen Zeitpunkt flexibel zu sein." Und weiter: "Das Schlimmste, was einem Projekt passieren kann, ist, wenn gar nichts passiert."

Ursprünglich hatte die Lüder-Gruppe nach der Entscheidung für den Siegerentwurf im Februar 2017 möglichst rasch abreißen und bauen wollen. Möglicherweise schon in eineinhalb Jahren könnten die Bagger arbeiten, mutmaßte Lüder damals. Schon damals kristallisierten sich allerdings unterschiedliche Vorstellungen über die Zeitpläne bei Investor und Stadt heraus: Während Lüder drängte, wollte das Gladbacher Rathaus über das gesamte Areal inklusive Europaplatz ausführlich nachdenken und "Stadtreparatur" betreiben, wie Bonin das nennt.

Im Zuge dessen vergrößerte sich auch das Projektareal: Das Grundstück sollte nicht mehr nur um fünf Meter Richtung Hauptbahnhof vergrößert werden, wie es in der Ausschreibung des städtebaulichen Wettbewerbs hieß. Sondern sogar um 30 Meter. Der halbe Europaplatz und damit auch der Busbahnhof in seiner heutigen Form sollten verschwinden. Dafür braucht es viel Planungsarbeit. Im Herbst wurde gerade erst der Entwurf für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan vorgelegt. Parallel dazu sollte mit der NEW auch besprochen werden, wie denn der Busbahnhof auf nur halb so großer Fläche funktionieren soll. Konkrete Pläne gibt es aber noch gar nicht. Dauert das der Lüder-Gruppe zu lange? "Die Stadt hat sich mit dem Busbahnhof selbst einen sehr umfangreichen Planungsauftrag erteilt. Die Ergebnisse sind nicht zu 100 Prozent geklärt. Wir haben Fragen gestellt, auf deren Beantwortung wir noch warten", sagte Rathgen. Deshalb habe sich der Zeitplan verschoben.

Möglich ist allerdings auch, dass die Vorvermietung in dem geplanten Komplex mit Wohnen, Büros, Geschäften und Hotels stockt. Die Stadt jedenfalls lehnte ganz zu Beginn bereits das Angebot ab, mit der Verwaltung in die "19 Häuser" zu ziehen. Der politische Beschluss sehe nun einmal den Bau eines neuen Rathauses in Rheydt vor, so Bonin.

(RP)