Mönchengladbach: Sternekoch möbelt Neuwerker Lokal auf

Mönchengladbach: Sternekoch möbelt Neuwerker Lokal auf

Neuer Name, neues Dekor, neue Karte: Das Produktionsteam der Sendung "Rosins Restaurant" hat in den letzten zehn Tagen einer Traditionsgaststätte eine neue Ausrichtung verpasst. Heute ist Neueröffnung, gesendet wird im Februar.

Eigentlich könnte Frank Rosin in Mönchengladbach schon Zweitwohnsitzsteuer berappen. Vergangenes Jahr wurde die Sat1-Show "Hell's Kitchen" mit dem Sterne- und Fernsehkoch im Monforts-Quartier aufgezeichnet, im Jahr zuvor half er mit seiner Kabel1-Sendung "Rosins Restaurants" "Elly's Bikertreff" an der Schriefersmühle auf die Sprünge. Und ab heute können die Besucher "Bei Susanne" an der Engelblecker Straße 326 sehen und schmecken, was Rosin und das 16-köpfige Produktionsteam bis gestern in den altehrwürdigen Mauern so alles aufgemöbelt haben.

"Bei Susanne"? Ja, selbst der Name des Lokales ist neu. "Alt-Neuwerk" hieß es bis letzte Woche, zuvor war die Traditionsgaststätte als "Haus Ohlenforst" bekannt. Erst im März hatten Pächter Susanne und Thomas Platzer das Haus übernommen - ohne Erfahrungen in der Branche. "Ich habe vorher in der Zentralambulanz im Krankenhaus Neuwerk gearbeitet, mein Mann organisiert Veranstaltungen", sagt Susanne Platzer. Anfangs lief es auch ganz gut im "Alt-Neuwerk". Aber dann wurde das Sommerloch lang und länger, die Gäste blieben aus: "Da haben wir uns bei der Sendung von Frank Rosin gemeldet." Es gab ein kurzes Feedback, und plötzlich - Sonntag vor zehn Tagen - stand die Truppe inklusive Sternekoch dann unangekündigt vor der Tür.

Kulisse für "Hell's Kitchen", das im Monforts-Quartier gedreht wurde. Foto: Detlef Ilgner, KN

Rosin ist keiner, der mit seiner Meinung hinterm Berg hält. Im Galeerenaufseher-Ton kommandierte er seine prominenten Koch-Lehrlinge bei "Hell's Kitchen" herum, und auch die Platzers bekamen unverblümt zu hören, was er vom Status quo ihres Restaurants hält: das Interieur "langweilig und geschmacklos", die Karte wenig innovativ, das Personal zwar sehr nett und engagiert, aber noch lernfähig. Besonders Letzteres gab den Ausschlag.

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Bei "Rosins Restaurants" werden die Teilnehmer nicht wie in anderen Reality-Formaten vorgeführt - "unser Kriterium ist die Machbarkeit", sagt Rosin. Heißt: Pro Sendung gibt es ein bestimmtes Budget, und damit soll den Gastronomen dann auch wirklich geholfen werden. "Unsere Erfolgsquote liegt annähernd bei 80 Prozent", sagt Catalin Gagiu, Produzent für die Firma RedSeven Entertainment, die im Auftrag von Kabel1 dreht. Über ein gutes Jahr werden einige Restaurants auch noch nachbetreut. "Wir geben mit der Sendung einen Anschub", sagt Gagiu. "Wir haben damit Auswirkungen auf die Realität und die Existenz der Leute." Mehr als 60 Restaurants von Deutschland bis Mallorca wurden bisher in acht Staffeln "überarbeitet". Dafür sorgt ein komplettes Team inklusive Innenarchitekten und allem Pipapo.

Das hat nun auch das "Alt-Neuwerk" in den vergangenen anderthalb Wochen aufs links gekrempelt. Da rührt Rosin zusammen mit Köchin Bettina Schmitz eine spanische Kartoffelsuppe an, da wird das neue Schild über die Tür genagelt, da wird die Karte von einfallslosen Klassikern wie Currywurst in Richtung regionale Hausmannskost aufgemotzt. Das Lokal war währenddessen geschlossen, bis auf kleines Oktoberfest und den beliebten Tanztee am Sonntag. Von dem zeigte sich Frank Rosin übrigens aufrichtig begeistert: "Da geht die Post ab, da tanzen die Senioren auf dem Tisch."

Heute will das "Bei Susanne" neu eröffnen. Gestern Abend gab es ein finales Testessen mit 30 Probanden aus der Region, die auch bereits vor anderthalb Wochen im Restaurant diniert hatten - und, wen wundert's, den Unterschied schmeckten. Ausgestrahlt wird die Sendung allerdings erst ab Februar 2015. Und wie war das nun mit der Zweitwohnsitzsteuer? "Ich mag Mönchengladbach", sagt Rosin, der selbst aus dem südlichen Münsterland stammt (Dorsten). "Der rheinische Swag (Ausstrahlung, Anm. d. Red.) macht mich ziemlich an."

(RP)
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