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Mönchengladbach: Steinerne Andenken aus der Citykirche

Mönchengladbach : Steinerne Andenken aus der Citykirche

Ein Stückchen vom Boden der Citykirche kann jetzt jeder erwerben. Für zehn Euro gibt es die Erinnerungsstücke beim Bauverein. Die Steine bergen eine Besonderheit: Der schwarze Kalkstein ist mit Seelilienstielgliedern durchsetzt.

Willi Oberließen hat alle Hände voll zu tun. In seinem Garten liegen jede Menge steinerne Bruchstücke. Sie stammen aus der Citykirche — genauer: von den Bodenplatten der Citykirche. Bei der aufwendigen Innensanierung der Kirche am Alten Markt mussten einige herausgelöst werden, um die neuen Heizungsrohre zu verlegen. Und einige wurden gar nicht mehr zurückgelegt, weil unterirdisch manch historisch Bedeutendes gefunden worden war. Deshalb wurden an drei Stellen Glasscheiben anstelle der alten Steinplatten eingesetzt, um die Funde für die Besucher sichtbar zu erhalten. Und die übriggebliebenen Platten zerschlägt Oberließen, der im Bauverein für die Hauptpfarrkirche aktiv ist. Die Bruchstücke werden zugunsten der Restsanierung der Citykirche verkauft.

 Es fanden sich auch Fossilien, sogenannte Armfüßer.
Es fanden sich auch Fossilien, sogenannte Armfüßer. Foto: Oberließen

"Bei der Wiedereröffnung haben wir schon einige der Erinnerungsstücke verkauft", sagt Oberließen. Die Stücke finden reißenden Absatz — nicht nur weil sie als Andenken wunderbar herhalten. In den steinernen Platten fand Willi Oberließen einige Überraschungen. "Beim Brechen einer Platte fiel aus einem Stück ein Fossil heraus", erzählt er. "Da ich mir nicht sicher war, worum es sich handelt, schickte ich das Stück zu meiner Tochter Thea nach Kiel." Die studiert dort nämlich Geowissenschaften. Vom Kieler Institut kam die Nachricht, der schwarze Kalkstein sei mit sehr vielen Seelilienstielgliedern gefüllt. Und noch etwas: "Als Besonderheit finden sich im Kalkstein auch Brachiopoden, sogenannte Armfüßer, die Muscheln ähnlich sehen, aber nicht zu diesen gehören und heute auch weitestgehend ausgestorben sind. Aufgrund der Brachiopoden ist es wahrscheinlich, dass es sich bei diesem Gestein um Belgisch Granit handelt, welcher aber kein Granit ist. Die Farbe des Gesteins kommt durch einen geringen Anteil an Bitumen zustande. Das Gestein entstand vor 350 Millionen Jahren im Unterkarbon und wird im belgischen Hennegau abgebaut."

 Der schwarze Kalkstein sitzt voller Seelilienstielglieder.
Der schwarze Kalkstein sitzt voller Seelilienstielglieder. Foto: Wilhem Oberließen
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Die Steine mit den Fossilien verbleiben in der Citykirche, die mit den Seelilienstielgliedern werden verkauft. Willi Oberließen setzt die Stücke jeweils auf eine Schieferplatte. Diese trägt auf der Unterseite den Schriftzug "Auf dass die Mauern überdauern — Wiedereröffnung der Citykirche 2013". Zehn Euro kostet ein Stück, etwa 100 davon entstehen in Oberließens Bastelraum. "Ich habe schon 40 Vorbestellungen hier liegen", sagt er. Zusätzlich gibt es auch Basaltstücke aus den Türschwellen und -rahmen. Verkauft werden die Andenken im Pfarrbüro an der Abteistraße 34.

(RP)