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Mönchengladbach: Start der Schützensaison im „Kreis der Mutigen“

Königsvesper : Start der Schützensaison im „Kreis der Mutigen“

Bei der traditionellen „Königsvesper“ im Rathaus Abtei begrüßten OB Hans Wilhelm Reiners und das Sommerbrauchtum wegen Corona weniger Gäste.

Wenn im Ratssaal Abtei Grünkohl, Mettwurst und Kassler aufgetischt, wenn dazu noch ein paar Geschenke ausgetauscht werden, dann markiert das einen Wendepunkt im Mönchengladbacher Brauchtum: Die Karnevalisten, repräsentiert durch den Chef des Mönchengladbacher Karnevals, Gert Kartheuser, übergeben den Staffelstab an das Sommerbrauchtum.

Die „Königsvesper“ ist auch deshalb ein fester Termin im Jahreskalender, weil die Schützen, angeführt von Horst Thoren, Michael Verbocket (der Minister ist, aber den amtierenden Stadtschützenkönig Jens Schmidt vertrat), der Ministerin Barbara Kremer und Bernd Knitter, sich mit Promis der Stadtgesellschaft treffen. Dass die Zahl der Gäste diesmal etwas niedriger lag als in den Vorjahren, war sicherlich dem Coronavirus geschuldet. Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, Hausherr und Gastgeber, konnte aber unter anderem Bürgermeister Michael Schroeren, die Landtagsabgeordneten Jochen Klenner und Frank Boss (für ihn spielte das Brass-Ensemble der Musikschule eigens einen „Bossanova“), Rechtsanwalt Max Backes und Schausteller Sven Tusch begrüßen. Er lobte das Schützenwesen als „Ort des Zusammenhalts“, dessen Gemeinschaft den Menschen Halt gebe. „Sie helfen, wo Hilfe notwendig ist, ob in der unmittelbaren Nachbarschaft oder in fernen Ländern“, so Reiners. Gemeinschaft sei auch in Zeiten der Coronavirus-Pandemie wichtig: „Wir müssen aufpassen, dass wir Menschen nicht separieren, sondern zusammenhalten.“

„Alle, die hier versammelt sind, gehören zum Kreis der Mutigen“, sagte Thoren angesichts der massenhaften Absagen von Veranstaltungen. Er habe die Sorge, dass dieses Miteinander in Zeiten der Pandemie verloren gehen könnte. Der Leitsatz der diesjährigen Nachtwallfahrt sei auch deshalb: Fürchtet euch nicht. „Die Verantwortung müssen wir aber selber tragen“, betonte Thoren. Da aus Ansteckungsgründen der Handschlag zurzeit verpönt sei, könne das Schulterklopfen ein Ersatz für die wertschätzende Begrüßung sein. Dem Gastgeber Reiners schenkte Thoren als Symbol des Schöpfungsgedankens einen Weidenbaum. Für die mutigen Gäste verteilten die Schützenbrüder vor dem Essen Desinfektionsmittel.  Von Pfarrer Johannes van der Vorst gab es aufmunternde Worte des Betens: „Gib uns Freude und Geselligkeit, lass es füreinander sorgen.“