Mönchengladbach : Holt feiert mit Kaiser und viel Nachwuchs

Frank Doumen ist seit 32 Jahren Schütze und war schon zweimal König. Jetzt ist er der zweite Kaiser in der Geschichte der Bruderschaft. Das Brauchtum ist in seiner Familie sehr wichtig. Sein Bruder ist nun sein Minister.

Der kleine Philip ist aufgeregt. Seit er drei Jahre alt ist, ist er Mitglied im Schützenverein. „Heute laufen mein Bruder und ich bei der Parade mit“, sagt der Achtjährige freudig. Philip ist besonders stolz darauf, dass ihn so viele Leute beim Schützenzug sehen können. Sein kleiner Bruder Jona freut sich darauf, die Kanone ziehen zu dürfen.

Vorher geht es aber noch zum Empfang ins Holter Pfarrheim. Dort kommen Ehrengäste des Volk- und Heimatfests zusammen, um sich zu unterhalten und sich auf die bevorstehende Parade vorzubereiten. Mit dabei ist auch Thomas Päffgen, der Schriftführer der St. Michaels-Bruderschaft Mönchengladbach-Holt. Er ist besonders stolz darauf, dass einige Züge, wie zum Beispiel die „Pickelhauben“, seit 60 Jahren bestehen. Gleichzeitig gibt es aber auch viel Nachwuchs und einige Gruppen, die am Sonntagmorgen zum ersten Mal am Volk- und Heimatfest teilnehmen.

Da Frank Doumen bereits dreimal die Königswürde beim Schießen erlangte und schon zweimal König war, ist er in diesem Jahr Kaiser. Doumen ist seit 32 Jahren ein Schütze. Dazu kam er durch die Familie. „Schon mein Urgroßvater war in den 1950er Jahren Minister. Das Brauchtum ist in unserer Familie sehr wichtig. Mein Bruder ist in diesem Jahr endlich Minister. Die letzten beiden Male habe ich vergessen, ihn zu fragen“, scherzt er. König war Frank Doumen bereits in den Jahren 2003 und 2013. Einen Kaiser gibt es in der Bruderschaft zum zweiten Mal.

Um 10.30 können Philip und Jona dann gemeinsam mit hunderten weiteren Schützen zur Parade antreten. Waltraud Lagerin ist SchützenfestFan. Dadurch, dass ihr Mann Mitglied ist, hat sie viele Freunde in den verschiedenen Brüderschaften. Die Parade in Holt gefällt ihr jedoch besonders gut, da der Zug so lang ist. „Ich finde das großartig“, sagt sie. „Daran sieht man doch, dass das Brauchtum hier bestehen bleibt. In vielen anderen Stadtteilen scheint der Nachwuchs zu fehlen, hier aber nicht. In Holt sind auffällig viele Kinder anwesend.“

Das Volk- und Heimatfest begann am Donnerstagnachmittag mit dem traditionellen Seniorencafé, das von rund 350 über Sechzigjährigen besucht wurde. Am heutigen Montag startet um 10.30 Uhr der Klompenball, bei dem circa 300 Klompenfrauen mitziehen werden. Das Schützenfest endet am Dienstag, 19. Juni, mit dem Kirmesausklang in den Holter Gaststätten.

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