Mönchengladbach: Schützenfest in der Oberstadt

Mönchengladbach: Wie die Schützen aus der Oberstadt feiern

Schützen und Gäste feiern König Detlev Robens und die frisch restaurierte Fahne der Bruderschaft.

Von der Gaststätte „Endlich Treff“ zieht sie los – die Parade der St. Vitus-Laurentius-Schützenbruderschaft. Mit dabei sind viele Gäste aus den benachbarten Bruderschaften aus Venn, Waldhausen, Hardterbroich und Eicken. „Das ist ja gerade das Schöne am Schützensein, dass man sich gemeinsam trifft und das Brauchtum pflegt“, ist sich König Detlev Robens sicher. Traditionell trägt er das funkelnde Silber der Junggesellenbruderschaft. Auch die eigene Fahne wurde restauriert und strahlt pünktlich zu den Festlichkeiten in neuem Glanz. Gemeinsam mit vielen Gästen feierte man am Wochenende ein kleines Schützenfest in der Oberstadt.

Die Parade samt Zapfenstreich waren die ersten Höhepunkte der zweitägigen Feierlichkeiten. Am Abend beim Königsball gab es dann für den König und seine Gäste nur ein Motto: „Feiern bis der Arzt kommt.“ Am Sonntag folgte auf die Messe im Münster – mit Weihe der restaurierten Fahne – der Vogelschuss auf dem Edmund-Erlemann-Platz unter freiem Himmel samt anschließenden Platzkonzert.

Auch wenn es so den Anschein hat, es liegen nicht ganz einfache Zeiten hinter dem Brauchtum im Bereich Stadtmitte. „Ungefähr seit dem Zweiten Weltkrieg“, schätzt Vize-Präsident Willi Kempers. Die Oberstadt wurde zu einem Bereich des Einkaufens, und nicht unbedingt des Wohnens, so Kempers. Daher sei auch die Beteiligung am Schützenwesen in der Innenstadt nie in den Ausmaßen erfolgt wie in anderen Bruderschaften. Vor einigen Jahren stand die Bruderschaft sogar beinahe vor der Auflösung, da man damals gerade einmal rund ein Dutzend Mitglieder zählte. Heute hat man rund 60 Mitglieder, 20 davon sind aktiv mit dabei. Dementsprechend freue man sich, dieses kleine Schützenfest ausrichten zu können.

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Der König hat sich in diesem Jahr eine besondere Aktion einfallen lassen: eine Sammel- und Spendenaktion zugunsten des Café Pflasters, für das sich Robens seit einiger Zeit engagiert. Die Einrichtung unterstützt Menschen mit sozialen Schwierigkeiten wie Obdachlosigkeit und Armut.

Und das Schöne am Job des Königs ist, alle alten Bekannten nun zum eigenen Fest einladen zu können, so Robens. Und nach seinen Stationen in so manchen Bruderschaften und Positionen fällt die Zahl der Gästeliste auch nicht gerade klein aus. Eine Kirmes oder ein Festzelt hat man allerdings noch nicht. Das sei eine Sache für das Stadtjubiläum 2022\.

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