Mönchengladbach: Holt, Dahl sowie Stadtmitte und Hermges feiern Schützenfest

Schützenfeste in Mönchengladbach : 600 Teilnehmer bei Holter Schützenfest

Auch in Stadtmitte, Hermges und Dahl wurde am Wochenende gefeiert – dort allerdings in kleinerer Besetzung. Deswegen gab es auch eine Premiere.

Stadtmitte/Hermges Es ist das erste Mal im Stadtgebiet, dass zwei traditionsreiche Schützenbruderschaften ein gemeinsames Schützenfest feiern. St. Josef Hermges (von 1871) und St. Vitus-Laurentius Stadtmitte (von 1422) haben im wahrsten Sinne des Wortes ihre Kräfte gebündelt und zogen gemeinsam auf, am Samstag in Stadtmitte und am Sonntag in Hermges.

Beide Bruderschaften tun sich zurzeit schwer mit Nachwuchs. Jede für sich zählt nur noch etwa 20 aktive Schützen. Das bringt beide Präsidenten zu der Aussage: „Wir können alleine nicht leben und hoffen doch weiterhin auf eine gute Entwicklung.“ Ob es kommendes Jahr so weiter geht, entscheiden die beiden Generalversammlungen im Januar. Die beiden Präsidenten, Markus Münten (Hermges) und Eberhard Boekers (Stadtmitte) zeigten sich jedenfalls optimistisch: „Wir haben uns vorher gut verstanden, warum soll es nicht so weiter gehen?“

Nach der Parade am Samstag verlieh Bezirksbundesmeister Horst Thoren noch Auszeichnungen – weil es so schön war und der Einfachheit halber gleich auf der Straße. Dazu ließ er die beiden Bruderschaften im Kreis vor der Abtei antreten. Geehrt wurden Frank Buchweitz mit dem St.-Sebastianus-Ehrenkreuz, seine Frau Sandra mit der Goldenen Frauennadel und Sohn Nils mit dem Jugendverdienstorden in Bronze. Susanne Linssen bekam des Silberkreuz für Frauen und Klaudia Münten die St.-Sebastianus-Brosche.

Dahl Sie ist klein geworden, die St.-Hubertus-Bruderschaft in Dahl. Nur 16 aktive Schützen zählt die Bruderschaft, und so hatte Hauptmann Kurt Langenheld bei der Parade am Samstag zwar das Sagen, aber zu organisieren gab es nicht allzu viel auf der Straße. Die kleine Truppe besteht aus erfahrenen Schützen, die wissen, was und wie es geht, dazu wurden sie bei den Vorbeimärschen am Ehrenmal von den Gästen aus Speick, Ohler-Ohlerfeld und Westend unterstützt.Schützenkönig Thomas Rahmen fand sein Fest schön. „Ich genieße meine Würde in vollen Zügen. Meine Frau Jolantha und ich haben gestern noch kräftig das Silber geputzt“, erzählte er stolz bei der Schützenfeier.

Auch Präsident Detlef Brüchner zeigte sich zufrieden. „Jetzt erst recht“, hieß seine Parole zum Schützenfest und nach dem Schrumpfungsprozess der letzten Monate, „auch mit den wenigen Aktiven wollen wir uns zeigen und unser Brauchtum hoch halten. Vielleicht finden sich im Stadtteil noch junge Männer, die beim Aufbau unserer Bruderschaft helfen.“

Holt Als Generalfeldmarschall Franz Flesser nach dem Gottesdienst in St. Michael seinem Schützenkönig Josef Placzek und dem Jungkönig Janusz Kersting 4261 marschbereite Schützen meldete, hatte er frech gelogen – aber das mit einem Augenzwinkern. Pfarrer Albert Damblon nahm ihm die Lüge nicht übel, sondern hielt es, wie in der Festmesse von ihm gepredigt: „Kirmestage sind Tage der Freude. Freut euch also mit Holt.“ Damblon hatte gleich zu Beginn der Festmesse Schützen und Besucher gut eingestimmt, als er freimütig gestand, unruhig geschlafen zu haben, „denn in Holt muss man pünktlich zum Gottesdienst erscheinen.“ In seiner Ansprache predigte der ehemalige Probst des Mönchengladbacher Münsters über die Fragen: „Was ist Heimat?“, und „Was ist heimatlos?“, mit aktuellem Bezug zur Flüchtlingssituation und natürlich wieder zur Kirmes in Holt, „die ebenfalls Heimat bietet und Heimat ist.“

Die St.-Michaels-Bruderschaft feierte eines der großen Schützenfeste in der Stadt. Dies bestätigte auch Bezirksbundesmeister Horst Thoren: „Holt ist eine Gelegenheit zu sagen: schön, dass wir unser Brauchtum haben.“ So sah es auch Präsident Andre Heynckes, der von einem enormen Zuspruch bei den Zeltveranstaltungen sprach.

Dass es nicht die von Generalfeldmarschall Flesser gemeldete Zahl an Zugteilnehmern war, belegte vor der Parade Holts Zeremonienmeister Günter Krüers: „Wir haben insgesamt 51 Gruppen, acht Pferde der Generalität und dazu zwei Kaltblüter vor dem großen Bollerwagen. Mit den Ehrengästen und Gastbruderschaften bekommen wir somit über 600 Menschen auf die Straße.“ Mit dabei war der Bruderrat des Bezirksverbandes und Bezirksschützenkönig Walter Dunkel mit Ministerin Silke McCoy und Minister Stefan Pitsch, die den vorjährigen Bezirkskönig, den Holter Dirk Heynckes, besuchten. Nach der Parade erhielt Hermann-Josef Lennartz von Präsident Heynckes die Ernennungsurkunde zum Ehrenhauptmann der Bruderschaft.

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