Mönchengladbach: Freude und auch Trauer bei den letzten Schützenfesten

Ehrungen und Abschiede : Freude und Trauer bei Schützenfesten

In Untereicken regiert die Bäukönigin, und in Speick wurde um eine besondere Schützenschwester getrauert.

„D’r Bäu is jehalde“, sagt man in Untereicken zum Ende der Bäukirmes. Doch Schluss ist noch nicht, denn heute verabschiedet sich der Bürgerschützenverein St. Franziskus mit einem nochmals vollen Programm von seinen Gästen und Mitgliedern. Da ist zunächst das Biwak bei der Bäukönigin, dann folgt der Vogelschuss zur Ermittlung der neuen Majestäten und natürlich die Wahl der neuen Bäukönigin.

In diesem Jahr hatte der Bürgerschützenverein kein komplettes Königshaus, so mussten es Jungkönig Niklas Dernbach und Bäukönigin Diana van Keppeln richten. Und sie machten ihre Sache gut. Bäukönigin Diana sogar mit Handicap, denn die Majestät hatte sich kurz vor der Kirmes den Mittelfuß gebrochen und musste ihren Verpflichtungen teilweise mit Gehstützen oder im Rollstuhl nachkommen. Doch dann hatte Dietmar Mross von der Kompanie 69er Ehrenbreitstein eine Idee. Er ist im Besitz eines so genannten Versehrtenfahrzeugs, einer Simson-Duo aus der ehemaligen DDR. Dieses Fahrzeug brachte er nach technischer Überholung auf die Straße. Übrigens auch für Präses Diakon Peter Vieten hatte Dietmar Mross ein solches Fahrzeug besorgt. So hielten Bäukönigin und Präses immer Anschluss an die Truppe.

Mit dem Wochenendverlauf der Bäukirmes ist Präsident Detlef Brunen sehr zufrieden. So konnte er zum Kirmesauftakt am Freitag mit „Just:is live“ ein ausverkauftes Zelt vermelden.

Der Samstag stand unter dem Zeichen der Ehrungen, wobei der Präsident selbst durch Bezirksbundesmeister Horst Thoren für seine 40-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet wurde. Geehrt wurden außerdem Stephan Heitzer und Jungkönig Niklas Bernbach. Besondere Verdienste hat sich Andre Brunen erworben, er erhielt die neu geschaffene Heinz-Walter-Bernards-Medaille.

Noch ein Satz zur Kompanie 69er Ehrenbreitstein: Die Truppe hat sich nicht 1969 gegründet, sondern 1961. Der Name nimmt Bezug auf das 7. Rheinische Infanterie-Regiment Nr. 69 aus Trier von 1860.

In Speick steht das Volks- und Heimatfest des Bürgerschützenvereins St. Hermann-Josef in diesem Jahr unter dem Einfluss der Familie Cloer, denn sowohl Schützenkönig Michael Cloer als auch sein Bruder Kai stehen als Repräsentanten dem Verein vor. Wie sehr man sich über diese Tatsache freut, drückt König Michael so aus: „Ich bin sehr stolz, die Würde des Königs zu tragen und das zusammen mit meinem Bruder Kai als Jungkönig.“ So feierten die Königshäuser gemeinsam mit den Gästen in einem vollen Festzelt am Freitag die Speicker Wies’n mit der „Ich will Spaß-Show“. Die Cloer-Brüder haben für das Fest gemeinsame Minister: Ingo Tarnofsky und Detlef Janz. Begleitet werden sie von Natascha und Jessica Rabbertz. Komplettiert wird das Könighaus durch Schülerprinzessin Celine mit Pierre und Anna-Lena sowie Kinderkönig Noah mit Fynn und Annalena.

Am Sonntag hatten der Bürgerschützenverein sowie die katholische und evangelische Pfarre zum Ökumenischen Gottesdienst in die Kirche St. Hermann Josef eingeladen. Viel Trauer begleitete den Gottesdienst, denn wenige Tage vor dem Schützenfest starb Marlene Sehlen vom Leitungsteam der Pfarre St. Benedikt. Die engagierte und aktive Schützenschwester hatte nicht nur den gestrigen Gottesdienst vorbereitet, sondern sollte auch die Predigt übernehmen.

Bäukönigin Diana van Keppeln hatte sich kurz vor der Krimes den Mittelfuß gebrochen. Wie gut, dass es dieses Fahrzeug gibt. Foto: Ilgner Detlef (ilg)

Am Samstag, 31. August, heißt es für Schützen und Gemeinde, Abschied von ihrer Kirche St. Hermann Josef zu nehmen. Ab dann finden dort keine offiziellen Gottesdienste mehr statt. Seit dem 1. März 2008 gehört die Kirche der griechisch-orthodoxen Kirchengemeinde St. Nikolaos, sie kann offiziell nur noch bis Samstag von der katholischen Gemeinde genutzt werden. Doch die Speicker haben ein Versprechen der griechisch-orthodoxen Gemeinde, so sagt es Präsident Markus Effertz: „Besondere Feste, wie zum Beispiel unsere Kirmes oder Ereignisse aus dem Dorf wie Taufen oder Hochzeiten, dürfen weiter stattfinden.“

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