Mönchengladbach: Zukunftsforscher blickt in die Lebenswelt von 2030

Innovationsabend Faba : Zukunftsforscher blickt in die Lebenswelt von 2030

Das Geld heißt Bitcoin, Ersatzorgane kommen aus dem 3D-Drucker und Autos fahren selbstverständlich autonom – Michael Carl skizzierte beim Innovationsabend in den Räumen der Faba Autowelt die nahe Zukunft.

In seine Hand hat sich Michael Carl einen kleinen Chip implementieren lassen. Damit kann er Schlösser öffnen. Der 50-Jährige ist Theologe und Journalist, hat lange für die ARD gearbeitet und leitet in Leipzig ein Institut für Zukunftsforschung. „Mein Körper hat durch die Fortentwicklung der Technologie neue Fähigkeiten bekommen“, erklärt er dem Publikum. Etwa 50 geladene Gäste sind trotz der Rekord-Hitze der Einladung von Geschäftsführer Heinz Breuer zum Innovationsabend in die Faba Autowelt gefolgt. Darunter die Landtagsabgeordneten Jochen Klenner und Frank Boss, MKV-Chef Gert Kartheuser und Marcel Küsters (Barmer).

Garniert von Sushi, Eis und kühlen Getränken gibt es zwischen den neuesten BMW-Modellen Einblicke in die Lebens- und Arbeitswelt im Jahr 2030. Der Chip in der Hand ist in diesem Szenario längst Standard. „Das Verrückte von heute wird das Normale von morgen“, so der Zukunftsforscher. Kryptowährung, das virtuelle Bezahlsystem, und Blockchains, Ketten, in die sich diese virtuellen Geschäftsvorgänge einreihen, werden selbstverständlicher Alltag sein. Um den Umgang zu trainieren, rät Carl, für 50 Euro irgendeine Form von Bitcoins zu kaufen. „Machen Sie sich damit vertraut!“

Es geht um noch viel Erstaunlichere Dinge an diesem Abend, die aber realer sind, als mancher glauben mag: Fleisch, das vegan ist und auf jedes individuelle Bedürfnis abgestimmt werden kann. Genetische Codes von Bakterien, die sich umprogrammieren lassen. Ersatzorgane aus dem 3D-Drucker, Menschen, die schon heute geboren sind und 1000 Jahre alt werden könnten, das autonome Fahren, das sich in wenigen Jahren auf Mönchengladbachs Straßen abspielen werde – Carl skizziert viele dieser Entwicklungen, die  Risiken, aber auch die großen Chancen. Reichlich Gesprächsstoff für das  anschließende Netzwerken. dr