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Mönchengladbach: Schwester Esther und der Heiratsantrag ans Prinzen-Paar

Brauchtumsabend im Kloster Neuwerk : Schwester Esther und der Heiratsantrag ans Prinzen-Paar

Dieser Abend ist herrlich bekloppt – und das aus Tradition: Zum sechsten Mal feierten geladene Gäste, Ordensschwestern und die Leitung des Krankenhauses Neuwerk gemeinsam mit Schützen und Karnevalisten den Brauchtumsabend im Kloster.

So etwas hat die Oberin der Salvatorianerinnen im Kloster Neuwerk, Schwester Esther Strauß, wohl auch nicht allzu oft in ihrem Leben gesagt: „Wenn ich könnte, würde ich die beiden heiraten.“ Die Adressaten ihres nicht ganz ernst gemeinten Heiratsantrags sind Axel I. Ladleif und Niersius Thorsten Neumann, die das amtierende Prinzen-Paar der Stadt sind. Gegen die Hochzeit sprechen einige Gründe, auch der, dass Ihre Tollitäten bereits verheiratet sind – und zwar miteinander.

Dass Schwester Esther so begeistert reagiert, hat damit zu tun, dass die beiden Prinzen gerade alle 26 Klosterbewohnerinnen mit Prinzenorden bedacht hat, „damit Sie richtige Ordensschwestern sind“. Obendrauf wird noch ein Besuch im Hugo Junkers Hangar in Aussicht gestellt. Und auch einen Ausflug in den Nordpark werden die Schwestern im Frühjahr machen. Dazu hat sie Borussia-Präsident Rolf Königs eingeladen, der eigentlich Stammgast beim traditionellen Brauchtumsabend im Kloster Neuwerk ist, diesmal aber leider nicht dabei sein kann, wie der Organisator der Veranstaltung, Schützenchef Horst Thoren, den geladenen Gästen aus der gesamten Stadtgesellschaft mitteilt.

Axel I. (l., hinter ihm der neue Klinikgeschäftsführer Sebastian Baum) und Niersius Thorsten im Einsatz. Foto: Ilgner,Detlef (ilg)/Ilgner Detlef (ilg)

Königs wird noch oft die Gelegenheit haben, an dieser sympathischen Veranstaltung, bei der nicht nur die Klosterschwestern, sondern auch das Krankenhaus Neuwerk die Gastgeber sind, teilzunehmen. Denn Sebastian Baum, der neue Geschäftsführer des Krankenhauses, verspricht: „Diese Veranstaltung wird es mindestens die nächsten 150 Jahre hier geben.“ Das ist ein klares Bekenntnis.

 Schon der Beginn setzte mit dem Gottesdienst ein deutliches Brauchtumszeichen. Schützenpräses Johannes van der Vorst zog mit bunter Dreifachmütze, ausstaffiert mit Symbolen von Sommer- und Winterbrauchtum sowie Borussen-Raute und unter den Klängen des Brings-Liedes „Die Liebe gewinnt“, gesungen vom Männerchor „MGsingt.de“, in die Klosterkapelle ein. In seiner Begrüßung forderte Thoren ein liebevolles Miteinander der Menschen ein, „so, wie es das Brauchtum vorlebt.“ Johannes van der Vorst ging auf das Thema „Liebe und Treue“ ein. Die vom Chor gesungene Borussen-Hymne „Die Seele brennt“ nutzte er als Leitmotiv. „Könnt ihr euch vorstellen, dass dies hier alles passiert, ohne dass die Seele brennt?“, war deshalb die rhetorische Frage des Brauchtumspastors, der vor über 89 Jahren in der Klosterkapelle getauft worden ist. Mit in der ersten Reihe saßen das Europakönigspaar Irma und Leo Niessen und Bezirkskönig Jens Schmidt mit seinen Ministern Barbara Kremer und Michael Verbocket.

Top-modern: Oberin Schwester Esther fotografiert mit dem Tablet. Foto: Denisa Richters

Originell und richtig närrisch waren die handgearbeiteten Kostüme der Schwestern, die nicht nur kräftig mitfeierten, sondern auch alles mit topmoderner Technologie filmten und fotografierten. Für Stimmung sorgte der Sänger HP Joenen.

dr/ fju