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Mönchengladbach: Pro Multis spendet 60.000 Euro für Flutopfer

Großspende aus Mönchengladbach : Pro Multis spendet 60.000 Euro für Flutopfer-Arbeit

Die 51 Kindertagesstätten der Pro Multis gGmbH haben am Weltkindertag einen Spendenlauf absolviert. Ein Teil des Erlöses floss nach Bad Neuenahr, das von der Flutkatastrophe stark getroffen wurde.

Vielen Menschen ist die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen noch gut im Gedächtnis. Auch Jeroen Houben, Geschäftsführer der Pro Multis gGmbH, erinnert sich lebhaft daran. „Uns erreichten direkt Anfragen unserer Kreisstellen, wie man helfen kann. Unser erster Impuls war, Sachen in den Transporter packen und los“, sagt er. „Doch Sachspenden waren schwierig, und Manpower konnten wir nicht leisten“, sagt er. Aber die Pro Multis gGmbH wollte helfen. So wurde die Idee des Spendenlaufs geboren.

Start war der Weltkindertag im September unter dem Motto „Kinder helfen Kindern – miteinander füreinander Zukunft gestalten“. „Wir haben den Rahmen vorgegben, und alles andere haben die Einrichtungen mit den Kindern und Eltern gemeinsam organisiert“, sagt die Gebietsleiterin der Pro Multis gGmbH für Heinsberg und Waldfeucht, Claudia Albrecht. „Wir betreuen Kinder im Alter von unter einem Jahr bis zum Schuleintritt. Jede Einrichtung hat die Aktion nach ihren Möglichkeiten gestaltet.“ Es gab Bewegungsparcours oder Bewegungsräume. Und die Einrichtungen, die Feld und Wald vor der Tür haben, nutzten die Bewegungsfreiheit in der Natur, um Kilometer zu sammeln. „Auch die Summe der Geldspenden, die pro Kilometer gesammelt wurden, waren verschieden. Gesammelt wurde nicht nur am Weltkindertag, die Aktion zog sich über mehrere Tage“, berichtet Claudia Albrecht.

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Zusätzlich zum Spendenlauf gab es auch Spenden von Privatpersonen oder Unternehmen außerhalb der Einrichtungen, die die Aktion der Pro Multis gGmbH unterstützen wollten. Am Ende stand die stolze Summe von rund 60.000 Euro. Der Betrag wurde an Institutionen und Einrichtungen vergeben, die sich für Kinder einsetzen und in Verbindung mit der Flutkatastrophe stehen.

Eine solche Institution ist der Verein Bunter Kreis Rheinland aus Bad Neuenahr. „Wir kümmern uns um die sozial-medizinische Nachsorge von zu früh geborenen, chronisch kranken oder behinderten Kindern. Wir erleichtern den Familien den Übergang vom Krankenhaus in ihr Zuhause“, erklärt Yvonne Lange, Sprecherin Bunter Kreis Rheinland. Dies leistet der Verein an sieben Standorten von Bad Kreuznach bis Leverkusen seit 20 Jahren. Anstoß zur Gründung war eine von 2002 bis 2004 durchgeführte PRIMA-Studie zur Wirkung der Nachsorge bei Familien an der Bonner Uniklinik. Der Verein bietet zusätzlich Angebote zur Entlastung der betroffenen Familien mit Ferienfreizeiten oder dem Geschwisterprojekt an, wo es speziell um das Geschwisterkind geht. „Die Angebote, die über die sozial-medizinische Versorgung hinaus gehen, werden aus Spenden finanziert“, sagt Yvonne Lange. Genau dafür sollen die 20.000 Euro eingesetzt werden, auch wenn der Verein selbst hart von der Flut betroffen ist. „Unser Verwaltungsgebäude in Bad Neuenahr können wir nicht mehr nutzen. Aber unsere Familien sollen so wenig wie möglich davon mitbekommen“, sagt sie.            Eva Baches