Mönchengladbach: Poppenborg Nachfolger von Bude als Chef der Prinzengarde

Poppenborg ist Nachfolger : Ex-OB Bude unterliegt bei Wahl zum Gardechef

Thomas Poppenborg bewarb sich bei der Jahreshauptversammlung für viele überraschend für das Amt. Die Abstimmung erfolgte geheim.

Die Prinzengarde der Stadt Mönchengladbach hat einen neuen Vorsitzenden. Er heißt Dr. Thomas Poppenborg und ist Nachfolger von Norbert Bude. Für etliche Mitglieder überraschend bewarb sich Poppenborg bei der Jahreshauptversammlung um das Amt, für das auch Bude nach vierjähriger Amtszeit erneut kandidierte. Poppenborg, von Beruf Zahnarzt, setzte sich in der Abstimmung mit einer deutlichen Mehrheit gegen den ehemaligen Mönchengladbacher Oberbürgermeister durch. „Es gab 50 Stimmen für Herrn Poppenborg, 35 für Herrn Bude und sechs Enthaltungen“, so der Presseoffizier der Garde, Stefan Neus.

Poppenborg hatte dem Gardevorstand bereits als Tanzmeister angehört. Der Gedanke, das Amt des Vorsitzenden anzustreben, sei während seiner Vorstandstätigkeit gereift, sagt Poppenborg. Vor etwa sechs Monaten habe er sich dann zur Kandidatur entschlossen. „Es gehört in einer lebendigen Demokratie immer dazu, Alternativen zu haben. Ich möchte die Garde basisnah im Team führen und vor allem auch unsere Mitglieder stärker in die Arbeit einbinden“, sagt Poppenborg.

Mit diesem offenbar betont integrierenden Führungsstil nach innen will der Neue auch Resultate in der Außenwirkung erzielen. Sein vorrangiges Ziel sei, noch mehr Menschen für Karneval und die Garde zu begeistern. „Neben dem Kern unserer Aufgabe, welches die Prinzenpaarbegleitung ist, gibt es da einige Stellschrauben: mehr Präsenz unterem anderen auch durch eigene Veranstaltungen, Förderung von Jugend- und Tanzgarde, Intensivierung und Entwicklung von Synergien mit anderen Garden“, sagt Poppenborg. Er könne sich auch vorstellen, dass sich die Prinzengarde in sozialen Projekten engagiere.

Nachdem Poppenborg bei der Jahreshauptversammlung für etliche überraschend seinen Hut in den Ring geworfen hatte, sei die Diskussion kurz und ohne große emotionalen Wallungen verlaufen, berichtet ein Teilnehmer. Die Abstimmung bei solchen Wahlen in der Garde erfolgt geheim. Traurig sei er schon, dass er nicht gewählt worden sei, sagt Norbert Bude, „aber ich bin nicht vergrätzt. Eine demokratische Wahl darf auch bei einer Garde nicht ungewöhnlich sein“. Dem Karneval und der Garde wolle er „natürlich“ weiter verbunden bleiben. „Eine Garde besteht nicht nur aus Funktionsträgern. Gardist zu sein macht auch Spaß, und das wird meine Rolle sein.“

Wiedergewählt wurden der zweite Vorsitzende Jürgen Schiffer und Schatzmeister Andreas Graf. Der kündigte allerdings an, er werde in einem Jahr zurücktreten. „Ich wollte eigentlich gar nicht mehr antreten, weil ich mich mehr meiner ehrenamtliche Tätigkeit im Hotel- und Gaststättenverband widmen möchte“, sagt Graf. Nachdem Poppenborg ihn gefragt habe, habe er sich bereit erklärt, ein weiteres Jahr das Amt des Schatzmeisters zu versehen. Poppenborgs Kandidatur hatte auch ihn überrascht. „Es scheint eine Wechselstimmung gegeben zu haben“, sagt er zum Ergebnis der Abstimmung.

Neu im Vorstand sind Claudia Spelters als Schriftführerin und die Jugendbeauftragte Christiane Glasmacher. Nachdem Daniel Hacken vorübergehend schon die Position des Tanzmeisters übernommen hatte, wurde nun auch offiziell in diesem Amt bestätigt.

Holger Hintzen

Mehr von RP ONLINE