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Mönchengladbach: Polizei-Verpflegung für Feuerwehrleute

Nach Derby-Absage : Polizei-Verpflegung für Feuerwehrleute

Weil das Derby aus Sicherheitsgründen abgesagt werden musste und mehrere Hundert Polizisten unverhofft „dienstfrei“ bekamen, hatte ein ganzer Berg bereits gepackter Proviant-Pakete plötzlich keine Abnehmer mehr. Das sollte sich ändern.

Wenn Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln spielt, heißt das: Urlaubssperre für Hunderte Polizisten, Glasverbot und Straßensperren. Die wetterbedingte Absage des Hochrisikospiels am Sonntag hatte nicht nur zur Folge, dass viele Polizisten unverhofft dienstfrei bekamen. Der Ausfall der Bundesliga-Partie bescherte auch vielen Menschen ein überraschendes Proviant-Paket.

Wie viele Polizisten genau bei dem rheinischen Derby im Einsatz gewesen wären, verrät die Polizei nicht. Aber um die 1000 Kräfte dürften es sein, die bei Hochrisikospielen für Sicherheit sorgen.

Für ein solch großes Aufgebot hatte die Polizei im Vorfeld Verpflegungsbeutel bestellt. Schließlich war man davon ausgegangen, dass es für die Einsatzhundertschaften ein langer Arbeitstag wird. Als am Sonntagmorgen die Spielabsage kam, waren die Lebensmittel, die zur Verpflegung der Polizisten gedacht waren, bereits geschmiert, gekocht und verpackt. Eine Abbestellung der Proviant-Pakete war also nicht mehr möglich.

Aber die Lebensmittel einfach in Abfallcontainer werfen? Das wollte die Polizei auch nicht. In der Verwaltung wurde zuerst gegrübelt, dann sortiert. In der Polizeileitstelle wurde währenddessen fleißig telefoniert und organisiert. Dann wurde der gefasste Plan umgesetzt: Kolleginnen und Kollegen der Wache unterstützten spontan dabei, immer wieder einen Streifenwagen loszuschicken, um die Lebensmittel-Tüten an verschiedene Institutionen und bedürftige Menschen in der Stadt zu geben. Am Ende landeten fast alle gelieferten Proviant-Pakete bei Menschen, die sie auch dankbar verzehrten.

Die Lunch-Pakete gingen zum Beispiel an Feuerwehrleute aus Mönchengladbach, Düsseldorf, Jülich und anderen umliegenden Behörden, die an diesem Tag wegen des Sturmtiefs „Sabine“ im Dauereinsatz waren und sich über die unverhoffte Stärkung freuten. Verpflegungstüten bekamen auch Bundespolizei, Obdachloseneinrichtungen und Jugendheime in Mönchengladbach und offenkundig sozial benachteiligte Menschen im Stadtgebiet, die Streifenwagenbesatzungen bei ihren Touren entdeckten.

Im kurzen Gespräch mit einem dieser Kollegen auf der Wache erzählte dieser von einer Begebenheit: Die Polizisten hatten einem Obdachlosen, der alleine auf dem Platz der Republik saß, eine der Proviant-Tüten gegeben. Da das Gespräch mit dem Mann freundlich war, hielt die Streifenwagenbesetzung kurz an, als sie etwa fünf Minuten später wieder dort vorbeikam und den Obdachlosen erneut sah. Auf die Frage, ob es schmecke, soll der Mann glücklich gestrahlt und gesagt haben: „Die hat der Himmel geschickt!“ Auch das können Verpflegungstüten... Gabi Peters

(gap)