1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach
  4. Stadtgespräch

Mönchengladbach: NRW-Familienminister Joachim Stamp beim Kita-Praktikum

Joachim Stamp in Mönchengladbacher Kita : Ministerkürzel im Kita-Putzplan

NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) absolvierte ein Tagespraktikum in der AWO-Kita „Meerblick“. Dabei versprach er mehr Geld für die Kitas im Bundesland.

Dem Minister hat der Praxisvormittag sichtlich Spaß gemacht. „Ich habe Türme gebaut, vorgelesen und auch mein Kürzel in den Putzplan eingetragen, nachdem ich Waschbecken und Toilette gereinigt hatte“, beschreibt Joachim Stamp (FDP), als Familienminister auch für die nordrhein-westfälischen Kitas zuständig, seine Aufgaben in der Mönchengladbacher Awo-Kita „Meerblick“ am Seilerweg. Er trägt ein T-Shirt mit dem Slogan „#Ich helfe mit“ und bewirbt damit das Projekt seines Ministeriums, Alltagshelfer für die Kitas zu gewinnen, um die Erzieherinnen zu entlasten.

Die Konsequenz, mit der die Kita-Mitarbeiterinnen die Hygienevorschriften umsetzten, sei beeindruckend, findet der Minister. „Aber es ist wichtig, die Erzieherinnen von Tätigkeiten wie Putzen oder Einkaufen zu entlasten, damit sie sich ihren pädagogischen Aufgaben widmen können“, betont er. Die Meerblick-Mitarbeiterinnen sind vom vormittäglichen Einsatz Stamps angetan. „Er hat toll mit angepackt“, sagt Kita-Leiterin Carola Lenzen. Stamp selber sieht aber doch Fehler, nicht bei seinen Tätigkeiten an diesem Vormittag, sondern in der Corona-Krisenzeit. „Es ist sicher auch manchmal suboptimal gelaufen“, gibt er zu und nennt das Beispiel Masken. Die sollten den Erziehern das Leben leichter machen, doch was dann vom Ministerium verschickt wurde, war ein „Bastelset“, wie Stamp es nennt. Das kam gar nicht gut an, dabei wollte man eigentlich etwas Gutes tun.

Oder das Thema „Rotznasen“. Der Minister hatte während des eingeschränkten Regelbetriebs der Kitas erklärt, dass jedes Kind, dem auch nur ein Tropfen aus der Nase läuft, nicht in der Kita bleiben solle. „Daraufhin wurden auch negativ getestete Kinder mit allergischem Schnupfen nach Hause geschickt“, sagt Stamp. So war das natürlich nicht gemeint. „Man lernt täglich dazu.“

Und was hat er in Mönchengladbach gelernt, das er mit nach Düsseldorf nehmen kann? Dass die Diskussion, die er mit den kritischen Gewerkschaften über Quereinsteiger und Hilfskräfte führt, in der Praxis anders wahrgenommen wird, stellt der NRW-Familienminister fest. „In den Kitas ist man über Unterstützung froh. Wir wollen ja qualifizierte Erzieherinnen nicht ersetzen, sondern durch Quereinsteiger und Alltagshelfer entlasten.“

Stamp kündigt mehr Geld für die Kitas in Nordrhein-Westfalen an. „Wir stellen 1,3 Milliarden Euro zusätzlich aus Landes- und Bundesmitteln zur Verfügung, davon geht fast eine Milliarde in die Qualität.“