Eiserne Hochzeit in Mönchengladbach : Auch Liebe auf Distanz konnte sie nicht trennen

1951 sahen sich Karin und Horst Höhnke das erste Mal in ihrer Heimat Neumünster. Es war der Anfang einer langen Liebe. Jetzt feierten sie Eiserne Hochzeit.

Horst Höhnke weiß noch genau, wann er seine spätere Ehefrau zum ersten Mal gesehen hat. „Das war im Dezember 1951 auf dem Roten-Kreuz-Ball“, sagt er. Karin Höhnke lächelt und nickt zur Bestätigung. „Ich bin mit meinem Bruder dort gewesen, und du warst mit deiner Familie da.“ Sie hatten gerade Abitur gemacht. Drei Monate waren sie zusammen, da standen die Zeichen auch schon wieder auf Abschied. Horst Höhnke hatte einen Studienplatz zum Textilingenieur in Aachen und zog von Neumünster in Schleswig-Holstein nach NRW.

Von da an sah das Paar sich nur sehr unregelmäßig in den Semesterferien, denn Karin Höhnke blieb in ihrer Heimatstadt. „Das funktionierte alles nur über Briefe. Es war keine einfache Zeit für uns“, sagt sie. „Aber wir haben es geschafft.“ Mit ihren wachen Augen schaut sie ihren Mann an, der schick gekleidet im Anzug im Sessel sitzt und lächelt.

Im Juni 1956 heiratete das Paar standesamtlich in Neumünster. Ein Jahr später zogen die beiden in Mönchengladbach in ihre erste gemeinsame Wohnung an der Hohe Straße. „Das war ein Haus von meiner Firma für die Angestellten“, sagt Horst Höhnke. Nun hatte die Liebe auf Distanz ein Ende und Karin Höhnke zog aus Neumünster zu ihrem Mann.

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Bis zur Rente 1995 arbeitete Horst Höhnke für die Tuchfabrik Otten und war als Verkaufsleiter viel auf Reisen. „Ich war in der ganzen Welt unterwegs“, sagt er. Karin Höhnke widmete sich neben der Erziehung ihrer beiden Kinder, Christoph und Corinna, ihrem kreativen Talent vom Schreiben bis hin zu Tonarbeiten. „Ich habe viele Kurse besucht und mir so alles selbst beigebracht. Ich habe meine Arbeiten auch ausgestellt“, sagt sie.

Mit 70 Jahren erfüllte sie sich einen Wunsch und schrieb ein autobiografisches Buch mit dem Titel „Wo Ängste wachsen“. „Ich habe mir alles, was mir eingefallen ist, notiert. Ob das ein Zettel war oder eine Streichholzschachtel“, sagt sie. Den Verlag suchte sie sich selbst und hielt mit ihrem Buch auch eine Lesung auf der Frankfurter Buchmesse.

Als die Kinder groß genug waren, begleitete sie ihren Mann auf seinen Geschäftsreisen, unter anderem nach Hong Kong. Auch später reiste das Paar noch gerne. „Immer dahin, wo Sonne ist“, sagt Horst Höhnke und lacht. Seine Frau widmete sich mit Leidenschaft der Gartengestaltung. „Wir haben immer wieder etwas Neues gepflanzt und umgeplant“, sagt sie. Horst Höhnke engagierte sich 33 Jahre lang im Presbyterium und war bis kurz vor seinem 90. Geburtstag im Februar des vergangenen Jahres noch als Schülerlotse im Einsatz gewesen.

Jetzt feierten die beiden ihre Eiserne Hochzeit. Eva Baches