Mönchengladbach: In Wickrath wurde einen Nachmittag lang Platt jekallt

Mundart : In Wickrath wurde einen Nachmittag lang Platt jekallt

Zum ersten Mal fand die Veranstaltung nicht an einem Abend statt. Mit dabei waren wieder die beliebten Mundartkünstler, die schon oft in Wickrath aufgetreten sind.

Nach 25 plattdeutschen Abenden des Heimat- und Verkehrsvereins Wickrath lud die Gründerin und Organisatorin dieser Veranstaltung, Irmgard Bautz, auf vielfachen Wunsch zum ersten plattdeutschen Nachmittag ins Haus Frambach in Wickrath ein. Auch zu dieser Tageszeit war die Veranstaltung bestens besucht, der Saal war schnell gefüllt und Norbert Degen und Kurt Eitel eröffneten die Veranstaltung mit ihrem Song „Werr kalle Platt“. Vorsitzender Uli Mones hatte seine Plattsprachkenntnisse nochmal aufgefrischt und begrüßte die Gäste in Platt. Irmgard Bautz, als „Mutter der Veranstaltung“, spielte den Eisbrecher mit dem Vortrag „wie die Alde platt kallde“, ein Rückblick von über 50 Jahren, und betonte, dass die Sprache ein Ausdruck von Herz zu Herz sein kann. Brigitte Schröders, auch schon einige Jahre im Kreise der Kleinkünstler, hatte mit ihrem Vortrag „Bunk dureen“ die Lacher auf ihrer Seite. Kurt Eitel, nun auch schon drei Jahre als Vortragender dabei, erzählte von seinen Tapezierkünsten „Dat Klääv“ und „E joot Meddel“, das aus Knoblauch und reichlich Schnaps bestand. Johanna Heckermann stellte unter dem Titel „Werr spelde op de Stroot“ einige Kinderspiele aus den 50er Jahren in Untereicken vor, was vom Publikum begeistert aufgenommen wurde. Anni Kopp, die nun zehn Jahre im Team war, brachte ihre letzten, begeisterten Vorträge „De lezde Suuemer“, „Solang man do es“ und „Uut em Lamäng“. Das Publikum dankte mit reichlich Applaus und Irmgard Bautz mit einem Blumenstrauß. Käti Herbertz musste ohne ihre Tochter auskommen, das ist aber für so eine bühnenerfahrene Frau kein Problem. Sie hatte einige Anekdoten aus Wickrath von heute und früher, was dann im Duett mit Irmgard Bautz „Weesde noch“ vertieft wurde. Das Publikum war fasziniert. Der Song „E Liedsche van Wieckre“ getextet und dargeboten von Käti Herbertz durfte nicht fehlen. Norbert Degen und Kurt Eitel rundeten den lustigen Nachmittag mit ihrem Liedchen „Os Weckre“ ab und man freut sich nun schon wieder auf das nächste Jahr.

(cli)
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