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Mönchengladbach: Helfer fahren mit dem Bus an die polnische Grenze

Helfer aus Mönchengladbach : Mit dem Bus an die polnische Grenze

Vier Mönchengladbacher haben eine besondere Hilfsakion ins Leben gerufen: Mit einem Reisebus sind sie nach Medyka gefahren und haben Ukrainer nach Deutschland gebracht.

Fast 1500 Kilometer sind es von Speick bis an die Grenze zur Ukraine im polnischen Przemyśl. Hier kommen täglich am Grenzübergang Medyka Tausende Flüchtlinge aus dem von Russland überfallenen Land Ukraine an. Eine Fahrt dorthin mit dem Bus dauert, fast nonstop, etwa 20 Stunden. Unternommen haben diese gewaltige Reise die vier Mönchengladbacher Katja und Markus Effertz aus Speick, Busfahrer Willi Breidenich und Nico Frings, ehemaliger Speicker und Bruder von Katja Effertz. Er hatte die Idee, eine Spendenaktion für die Ukraine ins Leben zu rufen. Offene Ohren fand er bei seiner Schwester Katja und seinem Schwager Markus (Präsident des Bürgerschützenvereins St. Hermann-Josef Speick).

Spendenaufrufe in den sozialen Medien nach dringend benötigten Dingen des täglichen Bedarfs für die ukrainische Bevölkerung waren sehr erfolgreich, sodass sich das Pfarrheim in Speick innerhalb kurzer Zeit füllte. Markus Effertz, im Besitz eines entsprechenden Führerscheins, organisierte einen Reisebus beim Gladbacher Unternehmen Lüngen, plus Busfahrer Breidenich. Unterdessen hatte Maiya, eine befreundete und hier lebende Ukrainerin, Kontakt mit dem polnischen Konsulat aufgenommen, sodass die Fahrt offiziell als Hilfsgütertransport nach Przemyśl eingetragen wurde. Dort angekommen sahen die Gladbacher Autos und Busse mit Kennzeichen aus vielen Ländern, die auf der Straße parkten und Menschen aufnahmen.

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Die 50 Menschen starke Gruppe für die Rückfahrt nach Mönchengladbach war bereits von den polnischen Helfern zusammengestellt und befand sich in einem Raum mit der Kennzeichnung (in Ukrainisch) „Deutschland – Mönchengladbach“. Diese Menschen, drei Männer und ansonsten nur Mütter mit Kindern, wurden zum Bus begleitet. Essen und Getränke für die Rückfahrt hatten die Gladbacher  zusammengestellt.

Nach der Ankunft in Gladbach  erzählte Katja Effertz, dass es insgesamt nicht einfach war mit der Betreuung der Menschen: „Die Unterstützung der Stadt war spärlich. Später erhielten wir etwas Hilfe vom Sozialamt.“ Trotzdem, die Flüchtlinge seien dank privater Hilfe zunächst in Gladbach untergebracht. Markus Effertz: „Das sind alles so dankbare Leute, die niemandem zur Last fallen wollen. In den letzten Tagen hat man uns weiterhin Spenden zugesagt, und so planen wir bereits die nächste Reise.“ So stellt das Ehepaar Effertz im Speicker Pfarrheim die Spenden für einen neuen Transport zur ukrainischen Grenze zusammen.