Projekt Alltagsausbrecher Einfach mal vor der eigenen Tür kehren

Mönchengladbach · Eine 30-köpfige Gruppe sammelte in Venn wilden Müll auf. Die Aktion sollte zum Nachdenken anregen.

 Die Müllsammler, darunter auch viele Kinder, trafen sich am Café Q.

Die Müllsammler, darunter auch viele Kinder, trafen sich am Café Q.

Foto: Ilgner Detlef (ilg)

Etwas für die Umwelt zu tun, ist laut Lars Thierling nicht schwer. Um genau dies zu machen und um Bewusstsein zu schaffen, veranstaltete er am Wochenende bei der Aktion „Alltagsausbrecher – Kehr vor deiner eigenen Tür!“ wieder eine Müllsammelaktion.

Treffpunkt war das Café Q in Venn. Von dort aus wurden die umliegenden Straßen und Feldwege von Müll befreit. Ausgestattet wurden die Teilnehmer mit Zangen und Müllsäcken der Mags. Bei der Aktion kümmerten sich die Teilnehmer nicht nur um die Wege, die sich im Sichtfeld des Cafés befinden – allein beim letzten Mal wurden dabei 14 volle Säcke Müll gesammelt.

Lars Thierling von den Alltagsausbrechern weiß, dass die Gruppe von circa 30 Leuten, die an diesem Samstagvormittag zusammenkamen, allein nicht so viel bewirken kann. Vielmehr möchte er mit seinen Aktionen einen Grundstein legen und Menschen zum Nachdenken anregen. Deshalb freute er sich besonders über die vielen Kinder, die mitmachten. Denn Umweltbewusstsein beginne in der Kinderstube.

Einer der Teilnehmer von „Kehr vor deiner eigenen Tür“ war Hermann Schubert. Genau wie Lars Thierling findet er es wichtig, Leute aufzuklären: „Ansonsten ersticken wir bald in unserem eigenen Dreck. Jeder schaut auf die Weltmeere und deren Verschmutzung. Der Abfall, der hier auf die Straße geschmissen wird, interessiert aber kaum jemanden.“

Deswegen scheut er sich auch nicht davor, Müllsünder direkt anzusprechen, sollte er welche entdecken. „Ich gehe freundlich an die Sache ran und bitte die Menschen, ihren Müll doch wieder aufzuheben und ihn beim nächsten Mal nicht einfach auf den Boden zu werfen.“ Die meisten interessiere dies allerdings nicht. „Erklären kann ich es mir nur so: Die meisten Leute sind zu faul, um ein paar hundert Meter zum nächsten Abfallbehälter zu gehen. In einigen Gegenden sind natürlich auch einfach zu wenig vorhanden“, so Schubert.

Ihn stört nicht nur, dass herumliegender Müll unästhetisch ist. Vieles sei außerdem kaum abbaubar und werde vom Wind herumgeweht, wodurch gefährliche Situationen entstehen könnten. „Am schlimmsten finde ich allerdings die vielen Getränkeflaschen, in denen sich dann Insekten verfangen und dadurch sterben.“

„Kehr vor deiner eigenen Tür“ ist eine Aktion, zu der regelmäßig mehrere Dutzende Menschen erscheinen. Lars Thierling begibt sich aber nicht nur dort auf Müllsuche: „Das Problem ist, dass viele nicht vor der eigenen Tür darauf achten. Es ist nicht schwer, beim Spaziergang mal etwas mitzunehmen und zu Hause zu entsorgen. Würde jeder vor seiner eigenen Tür kehren, wäre schon sehr viel für die Umwelt getan.“

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