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Mönchengladbach: Ein Orden gegen die „griesgrämige Frömmigkeit“

Brauchtumsmesse Venn : Orden gegen „griesgrämige Frömmigkeit“

15 närrische Gottesdienste gab es bisher in Venn, veranstaltet vom Förderverein der Pfarre und gestaltet vom Chor „Sound and Spirit“ und dessen Leiter Klaus Müßeler. Fast alle Messfeiern zelebrierte Pfarrer Horst Straßburger, ein Geistlicher, der sich auskennt im Brauchtum, nicht nur im Karneval; vor 25 Jahren war der Priester Schützenkönig in Bettrath.

Nach vielen Predigten in der Vergangenheit, ob ketzerisch oder lustig, aber immer christ-katholisch, gelang Straßburger diesmal der Spagat zwischen Büttenrede und christlichem Gut. Müßeler hatte ihn im Liedheft aufgefordert: „Leev Pastuur, die Lüüt, die wolle he wat Lustijes hüüre. Sonn Predig ist en schwierig Manniküre.“

Nach dem Einzug begrüßte Straßburger das Prinzen-Paar Axel I. und Niersius Thorsten mit Hofstaat sowie das Kinderprinzenpaar Louis und Theresa. In seiner Predigt sprach der Pfarrer von seinen „übernatürlichen Sinnen“, denn er hatte die für ihn in Hörweite stehenden Nachbarkirchen erzählen hören. Die Glocken von vier Kirchen erzählten sich Neuigkeiten aus dem Dorf und der Nachbarschaft, hervorragend imitiert vom Priester in den Tonlagen einer dicken, einer normalen Glocke und einem Glöckchen. „Großartig“, so das Prinzen-Paar, das sich mit einem „Orden gegen die griesgrämige Frömmigkeit“ bedankte. fju

(fju)