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Mönchengladbach: Cosplayerin Monono bastelt mit Kindern und Jugendlichen

Basteln mit Cosplayerin : Kinder basteln Fantasy-Zauberstäbe mit „Monono“

Seit ihrem fünften Lebensjahr ist Katja bekennender Harry-Potter-Fan. Als die Stadtteilbibliothek ein Modellieren mit Cosplayerin Sabrina Eickhoff anbot, ergriff die Zwölfjährige die Chance.

Cosplay ist eine eine in Japan geprägte Fanpraxis. Eickhoff hatte angekündigt, mit Kindern und Jugendlichen Zauberstäbe und Dekorationen aus dem thermoplastischen Material Worbla zu formen. Die zwölfjährige Teilnehmerin zeigte Geschick und Aufgeschlossenheit. Nun kann sie wie ihr literarisches Vorbild zum schwungvollen Einsatz des magischen Hilfsmittels beschwörende Formeln sprechen oder sich ganz einfach freuen, das Unikat nach eigenen Vorstellungen gebastelt zu haben.

Das Material kannte Katja bereits seit der Nacht der Bibliotheken. Worbla wird zum Beispiel bei Kostüm- und Formenbau, Make-up und Basteln verwendet. Vor dem Formen muss es erhitzt werden. Dafür hatte Eickhoff, die sich mit Künstlernamen Monono nennt, Bastelföhne mitgebracht. So konnten auch die kleinsten Teilnehmer gefahrlos arbeiten.

Unterstützt von zwei Helfern wies die Cosplayerin in die Anfangsgründe der Technik ein. Zufrieden beobachtete die 33-Jährige die Freude der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen über die Gelegenheit, etwas Selbstgemachtes mit nach Hause nehmen zu können. „Das ist hier ein Kommen und Gehen. Wenn jemand etwas fertig hat, kommt meistens schon der nächste“, sagte sie.

Das Gros der Teilnehmer war zwischen sechs und 30 Jahren alt. Mitmachen konnte jeder, die Jüngsten sollten allerdings mindestens ein Elternteil mitbringen. Ayten Baran entschied sich spontan, mit Mann und Kindern das kostenfreie Angebot wahrzunehmen. „Wir kommen öfter hierher und wollten eigentlich nur Bücher zurückgeben“, sagte die zweifache Mutter. Die vierjährige Tochter sei sofort begeistert gewesen. Sie schien denn auch beim Modellieren die Eltern kaum noch wahrzunehmen. Ihr drei Jahre älterer Bruder ließ sich erst auf den zweiten Blick begeistern, dann aber modellierte auch er mit Hingabe einen Zauberstab. „Ich mache keine Vorgaben. Hier soll jeder kreativ und frei arbeiten“, sagt Eickhoff.

Sie hat sich den Umgang mit dem thermoplastischen Material im Wesentlichen selbst angeeignet und baut daraus Kostüme aus Computerspielen nach. Inzwischen ist sie unter dem Namen Monono als Cosplayerin so bekannt, dass sie von Spielefirmen für Auftritte in der Verkleidung als Comic- und Videospielfigur gebucht wird. In der Bibliothek trat die 33-Jährige jedoch in Zivil auf und nicht als mysteriöse Fantasy-Figur. Für die Anleitung sei das schlichtere Outfit einfach besser geeignet, erklärte Eickhoff.
Angela Wilms-Adrians