Mönchengladbach: "Chronist" feiert Goldhochzeit

Jubiläum: „Chronist“ feiert Goldhochzeit: Beim Schützenfest hat es gefunkt

Es war beim Schützenfest in Wanlo, als Heinz-Josef Katz eine junge Frau auffiel. „Wir haben uns danach für das nächste Schützenfest verabredet - nach dem Motto, dann ist ja noch ein Jahr Zeit. Aber Gott sei Dank kam der Karneval dazwischen“, sagt der stadtbekannte „Chronist“ mit fein gezwirbeltem Schnurrbart.

Beim Umzug entdeckte er vom Karnevalswagen aus seine Maria-Helene wieder und war nun ernsthaft verliebt.

Dass ausgerechnet Schützenfest und Karneval den Weg für die Liebe bahnten, dürfte kaum verwundern. Heinz-Josef wurde die Leidenschaft für das Brauchtum in die Wiege gelegt. Der lebenslustige Rheinländer, Jahrgang 1944, war bereits in jungen Jahren im Elferrat von Wanlo, engagierte sich als Wagenbauer, war Zeremonienmeister und anderes mehr. Im Schützenwesen ist er bekannt als Träger der roten Husarenuniform. Er ist im Bruderrat und Stadtoffizier. Seine Maria-Helene hat das Brauchtum erst über ihn schätzen gelernt. Vor 50 Jahren heirateten beide. Die Goldhochzeit feierten die Jubilare im engsten Familienkreis und mit einer Messe, die Pfarrer van der Vorst zelebrierte.

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Heinz-Josef Katz ist gelernter KFZ-Mechaniker. Er arbeitete erst bei den „Engländern“ und später für einen Aufzug-Hersteller, zunächst in der Gegend von Köln, Düsseldorf, Wuppertal, später auch in Hamburg, Berlin und München. „Es war schon schwierig, als ich oft drei Wochen von zu Hause weg war“, sagt er, die Leistung seiner Frau anerkennend. Denn die gelernte Anwaltsgehilfin versorgte in der Zeit Kinder und Haus alleine und ging ihrem Beruf nach, erst im Anwaltsbüro und später als Sekretärin einer Bank. Erste Gehversuche beim Karneval wagte sie bei Sitzungen in Wanlo mit selbst geschriebenen Liedern. Sie schloss sich der KG Ruet-Wiss Okerke an und der Bruderschaft Hockstein, und sie ließ sich von Heinz-Josefs Leidenschaft für die Vogelzucht infizieren. Für sein „Bayernstübchen“ mit der Sammlung von Bierkrügen und historischen Bierflaschen häkelte Maria-Helene blaue Gardinen. Schließlich protokollieren beide in Text und Bild Ereignisse des Karnevals und Brauchtums für die Online-Ausgabe „MG heute“ sowie „Unser Wickrath“ und „Guru“. „Uns gibt es nur im Doppelpack“, sagt Maria-Helene Katz. Ihr Heinz-Josef stellt mit fröhlichem Blitzen aus blauen Augen fest: „Wir haben immer schon alles zusammen gemacht, auch die Kinder.“ Zwei Söhne machten aus dem Paar eine Familie, zu der inzwischen auch sechs Enkelkinder gehören.

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