Peter-Schumacher-Platz in Neuwerk: Bank-Lehre: Sitzen und über das Grundgesetz nachdenken

Peter-Schumacher-Platz in Neuwerk : Bank-Lehre: Sitzen und über das Grundgesetz nachdenken

Auf dem Peter-Schumacher-Platz in Neuwerk gibt es jetzt eine Bank mit einem Mehrwert. Dort können sich die Pausierenden den Wortlaut des Artikels 3 des Grundgesetzes durch den Kopf gehen lassen können.

Innerhalb der nächsten zwei Jahre werden die 19 Grundrechte des Grundgesetzes mit allen Artikeln auf der Rückenlehne von weiteren Bänken angebracht worden sein. Die Texte sind auf Plaketten eingraviert.

Das Grundgesetz – wieweit ist es eigentlich bewusster Teil unseres Alltags? Wie gut sind die Grundrechte bekannt? Diese Fragen stellte sich Dagmar Pardon-Neuenhaus, die Vorsitzende des Sozialverbands VdK Ortsverband Neuwerk. Angeregt worden seien die Fragen von der aktuellen politischen Lage, dem zunehmenden Extremismus und Nationalismus sowie den Diskussionen über den Begriff „Leitkultur“. „Den brauchen wir eigentlich gar nicht“, meint Pardon-Neuenhaus, „wir haben doch alle Werte im Grundgesetz festgelegt.“

Der Sozialverband VdK, der sich für die  Rechte von Rentnern, Menschen mit Behinderungen, Sozialversicherten, Pflegebedürftigen, Wehrdienst- und Zivildienstopfern einsetzt, wurde voriges Jahr 70 Jahre alt. Sein Leitsatz lautete 2018: „70 Jahre Einsatz für den Erhalt des sozialen Friedens.“

70 Jahre alt ist auch das Grundgesetz – ein willkommener Anlass für Dagmar Pardon-Neuenhaus, das Grundgesetz im wahrsten Sinne des Wortes „unter die Leute zu bringen“. Auf dem ersten Textschild auf einer Bank in der Grünanlage des Peter-Schumacher-Platzes ist der Artikel 3 Abschnitt (3) eingraviert, in dem es unter anderem heißt: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Der Vorstand des VdK Ortsverband Neuwerk hatte auf Anregung von Schriftführer Hans Joachim Rochner entschieden, diesen Artikel als ersten anzubringen, weil er die Arbeit des Sozialverbands spiegelt.

Ziel von Pardon-Neuenhaus ist es, Kontakt mit Neuwerker Schulen, Institutionen wie dem Jugendcafé, Seniorenheimen und politischen Gruppierungen aufzunehmen. Jede Gruppe wird aufgefordert werden, einen Artikel der Grundrechte auszuwählen, der eine besondere Bedeutung für sie hat. Die Plakette mit diesem Artikel wird dann auf einer Bank in der Nähe aufgestellt. Jan Biel von der Grünunterhaltung der Mags begleitet das Projekt fachmännisch, da die Bänke der Aufsicht der Stadt unterliegen.

Pardon-Neuenhaus stieß mit ihrer Idee bei Ratsherr Norbert Post und Bezirksvorsteher Hermann-Josef Krichel-Mäurer auf offene Ohren. Die Textschilder hat Marion Bonacker hergestellt, Inhaberin von Pokale Kröger. Die Finanzierung wurde ermöglicht durch Spenden, die auf dem Jakobsbrunnenfest zusammenkamen.

Sigrid Blomen-Radermacher

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