Stadt testet W-Lan auf Weihnachtsmärkten 2017 in Mönchengladbach

Mönchengladbach : Stadt testet W-Lan auf Weihnachtsmärkten

Die WFMG hat der Politik ein Konzept über den Ausbau von freiem Internet in den Innenstädten vorgelegt. Eine Entscheidung soll zügig fallen, ein Test ist auf den Weihnachtsmärkten geplant.

Freies Internet in den Innenstädten von Mönchengladbach und Rheydt nimmt konkrete Züge an. Bereits in diesem Winter will die städtische Wirtschaftsförderung WFMG frei zugängliches W-Lan auf den Weihnachtsmärkten in den Innenstädten Gladbach und Rheydt testen. "Wir sind noch in der Prüfung, die aber erst in einigen Tagen abgeschlossen sein wird", sagt Rafael Lendzion, Projektverantwortlicher der WFMG. Unter anderem müssen noch Details mit Unterstützern - also Geldgebern oder Eigentümern von Gebäuden zur Einrichtung von Hotspots - geklärt werden. Wenn alles klappt, will die WFMG auf diese Weise Erkenntnisse über das Nutzungsverhalten in frei zugänglichen W-Lan-Netzen sammeln, die dann ins große Ganze münden sollen: dauerhaft freies W-Lan in beiden Innenstädten.

"Es wäre sehr schön für die Aufenthaltsqualität auf dem Weihnachtsmarkt, wenn das klappt", sagt Stefan Wimmers, Vorsitzender des Gladbacher Citymanagements, das für den Markt entlang der Hindenburgstraße verantwortlich ist. Christoph Hartleb, Vorsitzender des Rheydter Citymanagements, sagt: "Wir werden diese Pilotphase unterstützen, wenn die WFMG Bedarf hat. Es wird Zeit für freies W-Lan in der City." In anderen Städten ist das längst eingerichtet.

In Mönchengladbach wird es aber auch nicht mehr lange dauern, wenn alles glattgeht. Vor zwei Jahren hatte der Rat die Verwaltung beauftragt, ein Konzept für freies W-Lan in den Innenstädten zu erarbeiten und vorzulegen. Das ist jetzt fertig und den Ratsfraktionen präsentiert worden. Es liegt unserer Redaktion vor. Die Kriterien für ein freies W-Lan sehen unter anderem eine Verfügbarkeit des Internetzugangs rund um die Uhr vor. Als Mindestbandbreite wird für jeden Nutzer eine Bandbreite von einem Mbit pro Sekunde vorgegeben. Das System soll jedem Nutzer für zwei Stunden am Tag zur Verfügung stehen, eine Verlängerung dieser Surfzeit soll über ein Gutschein-System möglich sein. Der Name des Netzes soll mindestens in Teilen selbst bestimmbar sein. Und die Stadt - und sonst keiner - soll Zugriff auf Bewegungs- und Nutzerdaten erhalten.

Darüber hinaus wurden bereits die Projektgebiete definiert. In Mönchengladbach soll dem Konzept zufolge freies W-Lan vom Europaplatz über die Hindenburgstraße bis zum Alten Markt und die Altstadt (Waldhausener Straße) eingerichtet werden. In Rheydt umfasst das Projektgebiet ebenfalls die gesamte Innenstadt vom Marktplatz, Hauptstraße, Harmonieplatz, Stresemannstraße über den Marienplatz und die Bahnhofsstraße bis zum Rheydter Hauptbahnhof.

Die Kriterien, die sich die WFMG selbst gegeben hat, erinnern an das freie W-Lan in der Bochumer Innenstadt. Auch dort wurde zunächst auf dem Weihnachtsmarkt getestet. Der dortige Anbieter steht auch als eine von vier Umsetzungsmöglichkeiten für Mönchengladbach zur Auswahl. In Bochum kommen Nutzer nach der Einwahl ins Netz auf eine sogenannte Landingpage (oder Startseite), auf der etwa Einzelhändler ihr Angebot der Woche bewerben können. Auch in Neuss gibt es eine ähnliche Werbeplattform im freien W-Lan. So dient das Netz den Einzelhändlern und Gastronomen als digitales Schaufenster. Eine andere Möglichkeit wäre ein EU-Projekt namens "Wifi4EU", dass öffentliche Netze fördert, aber Werbefreiheit verlangt. Durchgefallen ist offenbar eine Lösung mit dem Verein Freifunk. Das Netz erfüllt keine der Kriterien der WFMG.

Das W-Lan-Konzept mit den unterschiedlichen Möglichkeiten liegt jetzt der Politik zur Beratung vor. Wie auch immer entschieden wird: Die WFMG wünscht sich die Umsetzung schon für das erste Quartal 2018.

(RP)
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